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ETH-Studierende der Umweltnaturwissenschaften im Praxischeck

2022-06-21 16:05:11
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Quelle: Kanton Zug

Zusammen mit dem Amt für Wald und Wild (AFW) haben 25 Studierende der ETH Zürich aus dem Masterstudiengang Wald- und Landschaftsmanagement in Umweltnaturwissenschaften während den letzten zwei Wochen intensiv Fragestellungen rund um den Zuger Wald bearbeitet, wie der Kanton Zug mitteilt.

Im Fokus standen aktuelle Themen wie der Wald als Naherholungsgebiet, Massnahmen für den Waldnaturschutz, Wirkung des Schutzwaldes, Populationsrückgang der Feldhasen und die Optimierung der Volumenberechnung von Holz im Wald.Die Idee hinter dem Projekt: im Studium erworbenes Fachwissen solle auf eine reale Problemstellung angewendet werden. Dafür schlüpften die Studentinnen und Studenten in die Rolle eines Planungs- oder Ökobüros und bearbeiteten in Gruppen selbständig ein Projekt vom Auftrag bis zur Berichterstattung.

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit stellte die Feldarbeit am Objekt und der Kontakt zu den verschiedenen Akteuren und Expertinnen dar. Die einzelnen Projekte werden vor und nach der Veranstaltung in Zug von Professorinnen und Assistentinnen der ETH Zürich und Experten des AFW betreut.Der Zuger Wald sei vor allem in der Nähe des Siedlungsraumes ein wichtiger Naherholungsraum.

Die intensive Erholungsnutzung sei eine Herausforderung für die Waldeigentümerschaft und das Waldökosystem, denn die Bevölkerung stellt immer mehr Ansprüche an den Wald. Um diese sinnvoll zu koordinieren und das Verhalten im Wald sowie die Nutzung der Infrastruktur zu regeln, braucht es Konzepte.

Eine Gruppe von Studierenden erhielt den Auftrag, ein solches Konzept für den Städtlerwald in Cham zu erarbeiten. Dazu haben sie Waldbesucher, Waldgenossenschaft und Revierförster interviewt.

Aus all diesen Informationen leiteten sie anschliessend den Handlungsbedarf ab und schlugen Massnahmen vor. Fazit: Viele Erholungsuchende begrüssen mehr Informationen zur Natur vor Ort.

Doch umfangreiche Informationstafeln werden abgelehnt und das Smartphone für die Vermittlung digitaler Informationen solle im Wald in der Tasche bleiben. Der persönliche Kontakt mit Fachpersonen werde jedoch begrüsst.Waldnaturschutz werde im Kanton Zug seit längerer Zeit aktiv betrieben.

Der Aufwand lohnt sich, wie die Rückkehr diverser Arten, wie der Gelbringfalter oder das Auerhuhn, belegen. Um die Wirkung der Massnahmen auf die Vegetation zu beobachten, wurde im 2006 ein Monitoring mittels Erhebung gestartet.

Die aktuell laufenden Zweitaufnahmen lassen es zu, Veränderungen sichtbar zu machen. Die Studierenden haben diese Daten statistisch ausgewertet und eine Methodenüberprüfung vorgenommen.

Unter anderem konnte belegt werden, dass durch die Waldpflegemassnahmen wärme- und lichtbedürftigen Arten profitierten.Eine weitere Gruppe war damit beschäftigt, die Volumenberechnung des im Wald wachsenden Holzes zu verbessern. Im Zentrum der Überprüfung stand der «Tarif», ein Grössenindex der dazu dient, das Holzvolumen der angezeichneten Bäume mittels ihres Durchmessers zu berechnen.

Aktuell gibt es nur einen Einheitstarif. Doch die Wachstumsbedingungen seien nicht überall im Kanton identisch.

Je nach Standort haben Bäume mit gleichem Durchmesser also weniger Höhe und somit weniger Inhalt. Der Einheitstarif stösst hier an Grenzen.

Die Studierenden haben sich intensiv mit diversen Aufnahme- und Inventurdaten beschäftigt, diese ausgewertet und eine neue Tarifformel berechnet, welche die standortspezifische Komponente bei der Holzvolumenberechnung berücksichtigt.Die Feldhasenpopulationen seien in der Schweiz und im Kanton Zug rückläufig. Mögliche Gründe dafür gibt es viele, zum Beispiel die Intensivierung der Landnutzung und dadurch entstehende Habitatverluste, aber auch die Zunahme von Füchsen und Raubvögeln.

Die Studierenden analysierten für den Kanton Zug die Gründe für den Rückgang der Feldhasen, indem sie und andere die heutigen und früheren Lebensräume verglichen sowie die Vernetzung und den Druck durch Füchse und Raubvögel untersuchten. Daraus haben die Studierenden Massnahmen abgeleitet und Empfehlungen für den Kanton Zug formuliert.

Handlungsschwerpunkte sah man vor allem in den Bereichen Lebensraumvernetzung, sinnvolle Platzierung von Hecken als Deckung für Junghasen, Vermeidung von früher mechanischer Unkrautbekämpfung und Fuchsjagd.Wieviel sei der Schutzwald wert und worin besteht der Mehrwert eines gepflegten Waldes zur Steigerung der Schutzwirkung? Es lohnt sich, hier genauer hinzuschauen, seien doch 45 % des Zuger Waldes als Schutzwald ausgeschieden. Eine weitere Gruppe von Studierenden habe für diese Fragestellung eine Methode entwickelt und diese anhand eines konkreten Falls überprüft.

Es zeigte sich, dass es schwierig ist, eine hypothetische Leistung angemessen zu monetarisieren, da die Berechnungen auf vielen Annahmen beruhen. Trotzdem konnte belegt werden, dass die Investitionen für die Schutzwaldpflege um ein Vielfaches geringer seien als die zu erwarteten Schäden ohne Schutzwaldpflege.«Die Studenten profitierten von diesen zwei Praxiswochen, konnten sie doch ihr an der ETH erworbenes theoretisches Wissen mit den Erfahrungen und der Expertise vieler Akteure erweitern und dieses einem Realitätscheck unterziehen», so Regierungsrat Andreas Hostettler.

 «Auch das AFW gewann neue Erkenntnisse und einen interessanten Einblick in das aktuelle Schaffen zukünftiger Arbeitskräfte», ergänzt Sabrina Maurer, Abteilungsleiterin im AFW. Bis Ende Sommer schreiben die ETH-Studierenden ihre Berichte fertig und händigen sie dann dem Kanton Zug aus.Foto 1: Regierungsrat Andreas Hostettler inmitten von Studierenden, die aktuell den Masterstudiengang Wald- und Landschaftsmanagement in Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich absolvieren.

Foto: Lukas SpeiglFoto 2: Nach der Präsentation der Ergebnisse im Siehbachsaal zu Handen des Amts für Wald und Wild (AFW) ging der Austausch bei Apéro und schönstem Sommerwetter draussen weiter. Foto: Lukas SpeiglFoto 3: Junge Umweltnaturwissenschaftlerinnen der ETH-Zürich nutzten die Gelegenheit und unterzogen ihr an der Hochschule erworbenes Fachwissen über den Wald einem Realitätscheck in Zug.

Foto: Lukas Speigl.

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