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Wirtschaft

OECD-Wirtschaftsausblick: Russlands Krieg gegen die Ukraine kommt die ganze Welt teuer zu stehen

2022-06-08 11:20:20
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Quelle: OECD

Russlands Überfall auf die Ukraine hat die Erholung der pandemiegeschwächten Konjunktur direkt gebremst, wie die OECD berichtet.

Die Weltwirtschaft sei damit auf einen Pfad niedrigeren Wachstums und höherer Inflation geraten.Laut den Projektionen des jüngsten Wirtschaftsausblicks der OECD werde sich das weltweite Wachstum dieses Jahr drastisch auf 3 Prozent verlangsamen und 2023 auf 2,8 Prozent sinken. Damit sei es deutlich schwächer als im Wirtschaftsausblick vom Dezember vorhergesagt. Europa leidet am stärksten unter den wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Kriegs.

Viele europäische Länder seien durch ihre Energieimporte und den Flüchtlingszustrom unmittelbar betroffen. Die hohe Inflation schmälert die Einkommen und Ausgaben der privaten Haushalte. Sozial Schwache trifft dies besonders hart.

In den ärmsten Volkswirtschaften der Welt sei die Gefahr einer schweren Nahrungsmittelkrise aufgrund von Lieferengpässen und hohen Kosten immer noch akut.Weiter steigende Nahrungsmittel- und Energiepreise sowie anhaltende Lieferengpässe tragen maßgeblich dazu bei, dass die Verbraucherpreisinflation ein höheres Niveau erreicht und auch länger hoch bleiben werde als zuvor angenommen. In einigen fortgeschrittenen Volkswirtschaften werde nun ein Inflationsniveau erwartet, wie wir es seit den 1970er Jahren nicht mehr erlebt haben.

Der Kostendruck dürfte im Jahresverlauf 2023 nachlassen, wenn sich der Effekt steigender Zinsen allmählich bemerkbar macht. Die Kerninflation werde in vielen großen Volkswirtschaften aber voraussichtlich im beziehungsweise über dem Zielkorridor der Zentralbanken verharren.„Die höheren Rohstoffpreise treffen Länder in aller Welt, sie verstärken den Inflationsdruck, schmälern die realen Einkommen und Ausgaben und bremsen so die Erholung“, so OECD-Generalsekretär Mathias Cormann bei der Vorstellung des Wirtschaftsausblicks.

„Diese Konjunkturverlangsamung sei direkt Russlands unprovoziertem und durch nichts zu rechtfertigendem Angriffskrieg zuzuschreiben, der weltweit die realen Einkommen, das Wachstum und die Beschäftigungsaussichten beeinträchtigt.“Der Ausblick sei mit großer Unsicherheit und vor allem erheblichen Abwärtsrisiken behaftet. Wir wissen nicht, wie lange Russlands Krieg gegen die Ukraine noch dauern und wie weit er eskalieren wird.Viele Niedrigeinkommensländer und aufstrebende Volkswirtschaften stehen vor noch größeren Herausforderungen.

Neben steigenden Nahrungsmittel- und Energiepreisen sehen sie sich auch mit einem geringeren Nachfragewachstum auf ihren Exportmärkten und möglichen Kapitalabflüssen infolge steigender Zinsen in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften konfrontiert.Hinzu kommt, dass auch die Pandemie nicht vorüber ist. Aggressivere beziehungsweise ansteckendere Varianten könnten sich verbreiten und Chinas Null-Covid-Strategie könnte zu weiteren Störungen der Lieferketten führen.„Die Aussichten seien ernüchternd, und Russlands Angriff auf die Ukraine kommt die Welt bereits jetzt teuer zu stehen“, sagte Chefvolkswirtin Laurence Boone.

„Wie teuer genau – und wie die Lasten verteilt werden –, das hängt stark von den Entscheidungen der Politik und der Bürger:innen ab. Hungersnöte dürfen wir um keinen Preis akzeptieren.“Mehr internationale Zusammenarbeit sei unerlässlich, damit eine Nahrungsmittelkrise vermieden werden kann.

Um den von Lieferstörungen betroffenen Ländern zu helfen, gilt es, Exportbeschränkungen entgegenzuwirken, die die Preise auf den Weltmärkten steigen lassen. Auch braucht es verstärkte Anstrengungen für den Transport von Rohstoffen aus der Ukraine sowie gezielte Direkthilfen. Die Regierungen müssen dringend handeln, um einkommensschwache Haushalte vor den Kosten des Kriegs zu schützen.

Die beste Lösung, um den Effekt der höheren Preise abzufedern, seien aber befristete, gezielte und bedürftigkeitsabhängige Fiskalmaßnahmen.  In den meisten Volkswirtschaften mit einer gesunden Wachstums- und Beschäftigungsentwicklung sei eine akkommodierende Geldpolitik angesichts des Inflationsniveaus nicht mehr gerechtfertigt. Je stärker verbreitet und verfestigt die Inflation ist, umso rascher muss der Kurswechsel einsetzen.

In vielen aufstrebenden Volkswirtschaften seien vermutlich weitere Zinserhöhungen notwendig, um die Inflationserwartungen zu verankern und destabilisierend wirkende Kapitalabflüsse zu verhindern.Der Krieg habe erneut gezeigt, wie wichtig die Energieversorgungssicherheit ist. Eine raschere Energiewende würde nicht nur die CO2-Emissionen senken, sondern auch die Versorgungssicherheit verbessern.

Regulatorische und fiskalische Maßnahmen können Anreize für die Umstellung auf alternative Energieträger schaffen. Der großflächige Ausbau der erneuerbaren Energien erfordert jedoch auch Kupfer, seltene Erden und andere Rohstoffe, über die nur wenige Länder verfügen.

Ein offener Welthandel sei daher sowohl für die Energiewende als auch die Energieversorgungssicherheit unerlässlich.Die OECD sei ein globales Forum, das mit über 100 Ländern zusammenarbeitet. Sie tritt ein für eine Politik, die die individuellen Freiheiten wahrt und das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen der Menschen weltweit fördert..

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