Logo newsbot.ch

Wissenschaft

Woran könnte der Europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr noch scheitern?

2022-05-13 14:25:06
newsbot by content-proivder.ch GmbH
Quelle: Science Media Center Deutschland

In den kommenden Wochen stimmt das EU-Parlament über die Ausweitung des Europäischen Emissionshandels auf die Sektoren Gebäude und Straßenverkehr ab, wie das Science Media Center Deutschland mitteilt.

Dies sei eins der zentralen Vorhaben des Green Deals, mit dem die EU bis 2030 ihre Emissionen verglichen mit 1990 um 55 Prozent senken und bis 2050 klimaneutral werden will. Ohne deutliche Emissionssenkungen in den Bereichen Gebäude und Verkehr seien diese Ziele nicht zu erreichen.

Das EU-Parlament einigte sich am Dienstag nach langem Ringen auf einen Kompromiss, die Ausweitung des Emissionshandels sei jedoch weiterhin umstritten.Laut dem ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission [I] solle der Emissionshandel für Verkehr und Gebäude (ETS-2, EU Emissions Trading System 2), ab 2026 in Kraft treten. Der Mechanismus funktioniert analog zum bestehenden Emissionshandel, solle jedoch nicht in diesen integriert werden.

Der Kompromiss, auf den das Parlament sich nun einigte, sieht vor, dass der neue Emissionshandel zunächst nur für Unternehmen gelten soll. Erst ab 2029 sollen möglicherweise auch Privatpersonen eingeschlossen werden.

Bis dahin müssten an der Tankstelle und beim Heizen unterschiedliche Preise für private und kommerzielle Nutzung gelten. Außerdem will das EU-Parlament den Preis der Zertifikate bei 50 Euro pro Tonne CO2 deckeln.

Zum Vergleich: der Preis der Zertifikate im bestehenden Emissionshandel ETS-1 liegt aktuell bei knapp 90 Euro.Der seit 2005 geltende ETS-1 betrifft den Stromsektor, den innereuropäischen Luftverkehr und energieintensive Industrien. In diesen Sektoren seien die Emissionen in der EU seit 2005 um rund 43 Prozent gesunken [II] – der Emissionshandel habe sich als effektiv erwiesen.

Im Verkehr und beim Heizen von Gebäuden mit fossilen Brennstoffen dagegen seien die Emissionen in diesem Zeitraum nur leicht zurückgegangen [III] [IV].Ein Teil der Einnahmen aus dem ETS-2 solle in einen Klima-Sozialfonds fließen, aus dem Maßnahmen für den sozialen Ausgleich finanziert werden, etwa Zuschüsse für Wärmedämmung oder E-Mobilität. Alternativ könnten ärmere Haushalte als Ausgleich für höhere Heiz- und Spritkosten eine pro-Kopf Prämie erhalten.

Ob und wie der finanzielle Druck auf Haushalte abgefangen werden kann, sei der größte Streitpunkt im EU-Parlament.Am 17. Mai stimmt zunächst der Umweltausschuss des EU-Parlaments über den Vorschlag ab, die Abstimmung im Plenum folgt in der Sitzung vom 6. bis 9. Juni. Zeitgleich stimmt das Parlament auch über die Überarbeitung des ETS-1 und die Einführung eines CO2-Grenzausgleichmechanismus ab..

Suche nach Stichworten:

Woran könnte Europäische Emissionshandel Gebäude Verkehr scheitern?



Newsticker


Stadt Olten

Gesamtrevision Ortsplanung, Vorgehen und Investitionskredit/Genehmigung/Beschluss


Stadt Olten

Räumliches Leitbild der Stadt Olten/Genehmigung/Beschluss


Stadt Olten

Ortsplanung: Ja zum Leitbild und zum Kredit für die zweite Etappe


Fürstentum Liechtenstein

Der digitale e-Führerschein ist da


Bio Aktuell

Umfrage zu Nutztierhaltung und Ökosystemleistungen