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Regional

Künstlerin – allen Widrigkeiten zum Trotz

2022-05-10 10:05:04
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Quelle: Kanton Thurgau

1921 war in der Thurgauer Zeitung zu lesen, man sei im kargen, nüchternen Mostindien mehr aufs Rackern und Geldverdienen eingestellt als auf Poesie oder Kunst und Malerei, wie der Kanton Thurgau ausführt.

Weit bis ins 20. Jahrhundert galt der Thurgau als kunstarm. Am Museumshäppli vom Donnerstag, 19. Mai 2022 erinnert Kunsthistorikerin Monika Seidler-Hux an eine Thurgauerin, die sich davon nicht beirren liess und ihre Laufbahn in einer Männerdomäne einschlug: die Kunstmalerin Johanna Guhl (1869–1947).Für hiesige Kunstschaffende war der Thurgau lange Zeit ein hartes Pflaster.

Erst 1934 bildete sich eine regionale Kunstgesellschaft, 1940 eine Künstlergruppe. Ein provisorisches Museum wurde 1973 eröffnet.

Frühe Künstlerinnen und Künstler schlossen sich daher zürcherischen, gesamtschweizerischen und deutschen Gruppierungen an, um ausstellen zu können.Auch Johanna Guhl aus Frauenfeld, die Tochter des langjährigen Redaktors der Thurgauer Zeitung Ulrich Guhl, orientierte sich ausserhalb des Kantons, um ihr Schaffen voranzutreiben. Die 1869 in Märstetten geborene «gehobene» Tochter hegte nämlich einen unkonventionellen Berufstraum: Kunstmalerin.

Am Museumshäppli beleuchtet Monica Seidler-Hux, mit welchen Hindernissen und Vorurteilen die Bürgerstochter zu kämpfen hatte, weil sie sich in der Malerei etablieren wollte. Zudem thematisiert sie, weshalb die einen Künstlerinnen noch heute bekannt, die anderen aber gänzlich vergessen sind.Monica Seidler-Hux, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich, machte sich 2021 auf die Suche nach vergessenen Thurgauer Künstlerinnen und stiess dabei auf den zeichnerischen Nachlass von Johanna Guhl im Historischen Museum Thurgau.

Anhand von Bildern und O-Tönen aus dem Leben der begabten Zeichnerin und Gestalterin, von ihren frühen Erfolgen und ihrem Selbstverständnis als kreative Frau berichtet sie am Kurzvortrag über Mittag, der um 12.30 Uhr im Schloss Frauenfeld stattfindet. Um eine Anmeldung über die Museumswebsite werde gebeten..

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