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Tier(un)freundliche Modemarken: Das Beste und Schlechteste aus 2021

2022-01-07 10:10:07
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Quelle: Tierschutzorganisation Vier Pfoten

Zürich, 7. Januar 2022 – Trotz steigender Nachfrage ist Tierschutz für die meisten der grossen Modemarken noch kein Trend, wie die Tierschutzorganisation Vier Pfoten mitteilt.

Anfang 2021 veröffentlichte die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN eine internationale Umfrage unter 14‘000 Teilnehmer:innen, die zeigte, dass ein Drittel der Befragten Kleidung mit Tierschutz-Standards bevorzugt. Die zweite Ausgabe des Berichts über Tierschutz in der Mode wirft nun einen genaueren Blick auf die «andere Seite des Ladentischs».

Die High-Fashion-Pionierin Stella McCartney und die Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit, Armedangels und Mara Hoffman sowie das Schweizer Unternehmen NIKIN gehören zu den am besten bewerteten Marken. Die Luxuslabels Hermès, Prada und Louis Vuitton hingegen gehören in Bezug auf Tierschutzstandards zu den am schlechtesten bewerteten Unternehmen.Für den Bericht habe VIER PFOTEN mit der Markenbewertungsplattform Good on You zusammengearbeitet, um 111 internationale Marken aus neun verschiedenen Modesegmenten wie Outdoor, Sport und Fast Fashion hinsichtlich ihrer Fortschritte im Tierschutz zu bewerten.

Trotz der rasch wachsenden Nachfrage nach tierfreundlicher Mode beziehen weniger als ein Drittel (32%) der Marken zertifizierte Wolle oder Daunen, die einem Tierschutzstandard entsprechen. Nur etwas mehr als die Hälfte (57%) habe überhaupt eine Tierschutzpolitik.

Zertifizierte Merinowolle sei beispielsweise wichtig, um Wolle auszuschliessen, bei der die tierquälerische Mulesing-Praxis eingesetzt wurde, bei der Lämmern in Australien grosse Hautfalten am Hinterteil ohne Betäubung abgeschnitten werden.«Unser Bericht zeigt, dass die meisten Modemarken immer noch ausserordentlich wenig über die Bedingungen wissen, denen die Tiere in ihren Lieferketten ausgesetzt sind. Marken reden viel über den Schutz von Tieren, aber wenn man etwas tiefer gräbt, findet man oft schwache, lückenhafte oder gar keine Tierschutzrichtlinien», sagt Yasmine Wenk, Campaignerin bei VIER PFOTEN Schweiz.

Im diesjährigen Report seien 9 Marken aus der Schweiz vertreten. Die Marke NIKIN sei führend beim Tierschutz in der Modebranche und habe es unter die Top Ten aller im Report bewerteten internationalen Marken geschafft.

NIKIN verzichtet bei der Herstellung ihrer nachhaltigen Mode komplett auf tierische Materialien. Auch die Schweizer Outdoor Marke Mammut habe in den letzten Jahren einiges für das Tierwohl unternommen.

Dennoch, viele andere Schweizer Marken haben noch einen langen Weg vor sich, wenn es um Tierschutz in ihren Lieferketten geht, denn die durchschnittliche Punktezahl für Tierschutz liegt leider nur bei 56%.Während auffällig ist, dass Stella McCartney als Luxusmarke die Rangliste anführt, hinkt der Rest des exklusiven Marktsegments in Sachen Tierschutz hinterher. Mit einem Durchschnitt von nur 23 Prozent erreichen die Luxusmarken die niedrigste Punktzahl, was vor allem auf die hohe Ausbeutung von Wildtieren und einen allgemeinen Mangel an Transparenz zurückzuführen ist.

Weitere Gründe für das schlechte Abschneiden seien ausserdem keine zeitlich begrenzten Verpflichtungen zur Beschaffung von zertifizierter Wolle und Daunen und keine formellen Tierschutzrichtlinien. Das Fast-Fashion-Segment nimmt mit einem Durchschnittswert von 53 Prozent den vorletzten Platz ein, während Sustainability Champions und das Outdoor-Segment im Vergleich den ersten (76%) und zweiten (71%) Platz belegen.Seit 2020 konnte sich mehr als jede zehnte Marke (14%) in der Bewertung verbessern.

Die Zahl der Marken, die nun über eine formelle Tierschutzpolitik verfügen, sei doppelt so hoch (57%) wie beim letzten Bericht. 14 Prozent der Marken haben sich verpflichtet, auf bestimmte Materialien tierischen Ursprungs komplett zu verzichten.Dazu Wenk: «Wir freuen uns zwar, dass die Marken mehr Massnahmen zum besseren Schutz der Tiere ergreifen, aber Millionen von Tieren müssen weiterhin für die Mode unter Mulesing, Lebendrupf, Massentierhaltung und mehr leiden.

Unser Bericht zielt darauf ab, mehr Modeunternehmen zum Handeln zu bewegen.»«Die Schlüsselbotschaft hier ist, dass die Verbraucher:innen die Macht haben, die Branche voranzubringen. Die Marken, die am besten abschneiden, zeigen uns nicht nur, wie die Branche es besser machen kann, sondern auch, dass ein echter Wandel dann eintritt, wenn jeder von uns aktiv wird.

Dieser Bericht sei eine gute Möglichkeit aufzuzeigen, wie die Bewertungen von Good On You Menschen auf der ganzen Welt dazu ermutigen, besser und tierfreundlicher einzukaufen», sagt Gordon Renouf, Mitbegründer von Good On You.Über eine Million Menschen haben das VIER PFOTEN #wearitkind Programm bereits unterstützt und es werden immer mehr. VIER PFOTEN setzt sich dafür ein, dass die Modeindustrie den Tierschutz nebst Umweltschutz und fairen Arbeitsbedingungen als entscheidende dritte Säule für ethische Mode anerkennt.

Die Massnahmen zur Erreichung dieses Ziels werden durch die kommenden Berichte über Tierschutz in der Mode festgehalten.Das Good On You Markenbewertungssystem sammelt Daten aus externen Rankings, Zertifizierungen und öffentlich zugängliche Informationen, um die Leistung einer Marke zu bewerten. Diese Daten wurden im Hinblick auf den Tierschutz bewertet, einschliesslich der Offenlegung von Materialien tierischen Ursprungs, der Position zum Tierschutz in ihren CSR-Berichten, der Transparenz ihrer Lieferketten und ihrer potenziellen Verpflichtung zur nachhaltigen Beschaffung von Materialien nicht-tierischen Ursprungs.

VIER PFOTEN übernimmt als Beratungspartner von Good On You den Tierschutzteil des Bewertungssystems. Fotos dürfen kostenfrei verwendet werden.

Sie dürfen nur für die Berichterstattung über diese Medienmitteilung genutzt werden. Für diese Berichterstattung werde eine einfache (nicht-ausschliessliche, nicht übertragbare) und nicht abtretbare Lizenz gewährt.

Eine künftige Wiederverwendung der Fotos und des Filmmaterials sei nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung von VIER PFOTEN gestattet..

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