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Stadtrat entscheidet über Kredit für die Erarbeitung der Klimastrategie

Stadtrat entscheidet über Kredit für die Erarbeitung der Klimastrategie
Stadtrat entscheidet über Kredit für die Erarbeitung der Klimastrategie (Bild: Stadt Thun)

2022-01-06 10:05:10
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Quelle: Stadt Thun

Im kommenden Jahr erarbeitet die Stadt Thun in einem partizipativen Prozess eine Klimastrategie, wie die Stadt Thun schildert.

Darauf aufbauend sollen unter Einbezug der Bevölkerung und mit Unterstützung des Bundes drei smarte Klimaprojekte umgesetzt werden. Am 21. Januar befindet der Stadtrat über den Verpflichtungskredit für beide Vorhaben.Der Thuner Gemeinderat betreibt eine aktive Klima- und Energiepolitik.

Bereits zum Start der aktuellen Legislatur setzte er sich zum Ziel, das Label Energiestadt Gold zu erreichen. Im Juni 2019 rief der Thuner Stadtrat aufgrund eines Jugendvorstosses den Klimanotstand aus.

Der Gemeinderat bekannte sich im Anschluss zum Ziel Netto-Null 2050. Dies führte zu zahlreichen Vorstössen und Vorschlägen der Stadtratsmitglieder für Klimaschutzmassnahmen. 2020 beschloss der Gemeinderat einen Verpflichtungskredit für die Erarbeitung einer Klimastrategie.

Sie solle aufzeigen, wie die Stadt Thun das Ziel Klimaneutralität bis 2050 erreichen kann. Aufbauend auf dem Grundlagenbericht solle die Klimastrategie im kommenden Jahr unter Einbezug von Politik, Wirtschaft, Fachpersonen und der Bevölkerung erarbeitet werden.

Als Smart City setzt die Stadt Thun dabei auch auf neue Methoden und Massnahmen. Grundlagenbericht als BasisIm letzten Jahr erarbeitete die Stadt Thun in Zusammenarbeit mit der Energie Thun AG unter externer Fachberatung den Grundlagenbericht für die Klimastrategie.

Der Bericht zeigt den Absenkpfad zur Klimaneutralität für die Stadt Thun auf sowie deren Handlungsmöglichkeiten und Grenzen, zum Beispiel in den Bereichen Gebäude, Mobilität, Energieversorgung, Reglemente. Durch eine Konsultation bei Politik, Wirtschaft und Verbänden wurde der Bericht einem Realitäts-Check unterzogen.

Partizipativer Prozess startet 2022Für den Gemeinderat sei es zentral, dass nebst Verwaltung und Politik auch die Wirtschaft und die breite Bevölkerung die städtische Klimastrategie mittragen. Das Ziel Netto-Null 2050 könne nur gemeinsam erreicht werden.

Daher sei die Stadt auf die Mitwirkung angewiesen – vom privaten Konsumverhalten, über wirtschaftliche Tätigkeiten der Unternehmen bis hin zu politischen Entscheiden. Deshalb solle im Rahmen des partizipativen Prozesses unter Einbezug wirtschaftlicher und politischer Akteurinnen und Akteure eine Roadmap (ein chronologischer Zeitplan) erarbeitet werden, die den Absenkpfad bis 2050 und die zentralen Handlungsfelder aufzeigt.

Ergänzend dazu werde ein erster Aktionsplan die Massnahmen für die Jahre 2023-2026 in den verschiedenen Handlungsbereichen festlegen. Damit habe der Gemeinderat ein Instrument in der Hand, das in der ersten Periode konkrete Massnahmen vorgibt, für die längerfristige Planung aber Spielraum lässt, um auf Markt- und Umweltgeschehen agil zu reagieren.

Die weiteren Aktionspläne folgen in einem Vierjahresrhythmus. Die klimapolitischen Vorschläge sowie die Rückmeldungen aus der Konsultation werden in die Klimastrategie mit einfliessen.

Thun gewinnt Zuschlag für FördergelderZur Unterstützung der Gemeinden bei der Zielerreichung Netto-Null-2050 startete das Bundesamt für Energie (BFE) im Mai 2021 eine neue Projektförderung. Dieses Jahr bewarben sich gut 330 Gemeinden in verschiedenen Kategorien.

Die Kategorie «Front Runner» sei auf die Ambitioniertesten zugeschnitten, die bereits eine Smart-City- und eine 2000-Watt-/Netto-Null-Strategie verfolgen. Die Stadt Thun gehört nebst Winterthur, Sankt Gallen, Burgdorf und Schaffhausen zu den Gewinnerinnen.

Sie erhält für die Umsetzung der Klimastrategie und drei darauf aufbauender Klimaprojekte eine Unterstützung von 181`200 Franken. Drei neuartige ProjekteUm die Bevölkerung in geeigneter Form zu involvieren und motivieren, entwickelte die Stadt Thun im Rahmen der «Front Runner»-Eingabe drei Projekte mit erweiterter Beteiligung: 1. Aufbau eines «Reallabors»:Dies sei ein Forum für Innovationen, in dem verschiedene Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Behörden und Politik gemeinsam innovative, klimafreundliche Technologien, Produkte, Dienstleistungen oder Ansätze erproben können.

Ziel sei es, die Bevölkerung einzubeziehen und unterschiedliche Akteurinnen zusammenzubringen.2. Beratungsangebot zum Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme unter Einbezug der individuellen Bedürfnisse der Hauseigentümerinnen und -eigentümer und der Angebote der lokalen Partnerorganisationen (z.B. Banken, Versicherungen, Energieversorger).

3. Durchführung einer Projektausschreibung:Die Bevölkerung könne konkrete Klimaprojektideen eingeben. Via Voting entscheiden die Thunerinnen und Thuner, welche Projekte umgesetzt werden.

Alle drei Klimaprojekte verfolgen einen längeren Zeithorizont. Insbesondere das «Reallabor» solle institutionalisiert werden und längerfristig in ein selbständiges Gefäss überführt werden.

Mit der Umsetzung der drei Projekte könne die Stadt Thun zur Vorreiterin im Kanton Bern werden, wo es noch keine vergleichbaren Projekte gibt. Für die Erarbeitung der Klimastrategie und die Umsetzung der drei Klimaprojekte beantragt der Gemeinderat dem Stadtrat einen Verpflichtungskredit von 429`000 Franken.

Das Parlament befindet am 21.Januar darüber.Postfach 1453602 ThunTel. + 41 33 225 88 11infotest@thun.ch .

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