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Bauprojekt Trocken- und Feuchtgebiet «i de Ängi» abgeschlossen

Bauprojekt Trocken- und Feuchtgebiet «i de Ängi» abgeschlossen
Bauprojekt Trocken- und Feuchtgebiet «i de Ängi» abgeschlossen (Bild: Kanton Schaffhausen)

2021-12-15 08:54:01
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Für eine ökologische Aufwertung wurden von Oktober bis November Bauarbeiten «i de Ängi» zwischen Neuhausen am Rheinfall und Beringen ausgeführt, wie der Kanton Schaffhausen mitteilt.

Im Gelände wurde der Humus abgetragen, eine grosse Mulde modelliert und schichtweise Lehm eingebaut. Damit werde der bestehende, kleinere «Iiswäier» mit einem grossen, zeitweise wassergefüllten Weiher ergänzt.

Für die Entwicklung von Magerwiesen stehen nun wechselfeuchte und trockene magere Flächen aus Silt und Sand zur Verfügung. Eine grosse Steinstruktur dient Amphibien und Reptilien als Unterschlupf.

Durch die Neuschaffung dieser besonderen Lebensräume werden in den kommenden Jahren «i de Ängi» seltene Tier- und Pflanzenarten gefördert. Der Gletscher, der einst die Klus in der «Ängi» geformt hatte, hinterliess nach seinem Rückzug ein Feuchtgebiet.

Durch den Bau der Bahnlinie (DB) Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dieses drainiert. Im 20. Jahrhundert wurde ein «Iiswäier» zur Eisgewinnung für den Getränkehandel angelegt, aber 1954 wieder zugeschüttet.

Im Rahmen von Ausgleichsmassnahmen für den Galgenbucktunnel wurde der «Aalte Iiswäier» wieder erstellt. 2021 wurden die angrenzenden Flächen auf den Kantonsparzellen in ein Feuchtgebiet zurückverwandelt.

Entlang den DB-Geleisen entstand eine sandige Fläche für eine Trockenwiese, wie man sie früher auf dem Galgenbuck gekannt hatte. Ein komplexes Aufwertungsprojekt  Nach der Erstellung des Galgenbucktunnels ging das Land beim «Iiswäier» vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) an den Kanton über.

Gleichzeitig nahm die DB für die Sicherheit der Bahnlinie sowie des Radwegs Sprengungen vor und erstellte Stahlnetze an den «Ängi»-Felsen, welche sich im ökologisch wertvollen Naturschutzobjekt befinden. Dadurch entstanden Verpflichtungen zum ökologischen Ausgleich.

Das Naturschutzamt verfolgte dabei das Ziel, nicht nur einzelne kleine Massnahmen zu realisieren, sondern einen zusammenhängenden Lebensraum zu schaffen, aufzuwerten und eine optimale Pflege zu gewährleisten. Für das Projekt konnten auch die DB und die Gemeinde Neuhausen am Rheinfall gewonnen werden.

Nach komplexen Planungs- und Koordinationsarbeiten im Verkehrsknotenpunkt Engi lag die Baubewilligung im Juni 2021 vor und der Bau konnte dank guter Witterung zügig umgesetzt werden. Dabei gab es zahlreiche Details zu berücksichtigen, damit die Steuerung des Wasserregimes optimal erfolgen könne und das neugestaltete Gelände mit den fein abgestimmten Bodentypen den ökologischen Zielen entspricht.

Dabei stellten auch die Sicherheitsmassnahmen entlang der Bahn und Radweg und andere Anforderungen an die Logistik. Nebst den Ausgleichszahlungen von ASTRA und DB werden die umfassenden Massnahmen durch das Bundesamt für Umwelt sowie dem Biogas-Fonds von SHPower finanziert.

  Seltene, wechselfeuchte Lebensräume Wechselfeuchte, nährstoffarme Böden und temporäre Weiher seien rar geworden im Mittelland. Sie seien aber wichtig für seltene Pionierarten wie Kreuzkröte oder Laubfrosch.

Aber auch für seltene Pflanzengemeinschaften wie die Zwergbinsenfluren oder die Pfeifengraswiesen, die früher v.a. in wechselfeuchten Zonen von Fluss- und Seeufern oder Moorrändern gediehen.

Deshalb sollen hier in der ehemals feuchten «Ängi» wieder solche Lebensräume entstehen.   Trockenstandorte für Küchenschelle und Wildbienen Die Felsen der «Ängi» und der sonnenexponierte, sandige Galgenbuck waren schon im 19. Jahrhundert als botanisch einzigartiges Gebiet im mild gelegenen Klima nahe des Rheins dokumentiert.

Die neuen nährstoffarmen Sandflächen entlang der Gleise der DB bezwecken die Entstehung von Trockenwiesen, die von den ursprünglichen Pflanzen des Gebiets wieder besiedelt werden können. Für die Begrünung der neu geschaffenen Kompensationsflächen werde regional gesammeltes Saatgut verwendet sowie Aktionsplanarten des Kantons Schaffhausen, wie die Küchenschelle, angepflanzt.

Gleichzeitig profitieren auch seltene Wildbienenarten des Galgenbucks von den neuen Sandflächen. Als Unterschlupf für Amphibien und Reptilien wurden Steinstrukturen mit Steinmaterial angelegt, das von der Sprengung des «Ängi»-Felsen anfiel.

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