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Caritas ruft zu entschlossenem Handeln gegen Armut in der Schweiz auf

2021-12-06 11:10:09
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Quelle: Caritas Schweiz

Die Armut steigt seit Jahren an, die Ungleichheit hat sich mit der Corona-Krise zusätzlich verstärkt, wie die Caritas Schweiz schreibt.

In Notlagen geraten zunehmend auch Menschen knapp über der Armutsgrenze, deren Einkommen zuvor gerade noch für den Lebensunterhalt gereicht hatte. Caritas Schweiz sei besorgt über diese Entwicklung und ruft zu entschlossenem politischem Handeln auf.

Am Ende des zweiten Jahres der Corona-Pandemie zeigen sich die Auswirkungen der Krise immer deutlicher. "Nie wurde sichtbarer als jetzt, dass es eine schwerwiegende Sicherungslücke für alle diejenigen gibt, deren Einkommen etwas über der Armutsgrenze liegt", betonte Marianne Hochuli, Leiterin des Bereichs Grundlagen der Caritas Schweiz am Montag vor den Medien.

Während die Armut in den vergangenen Jahren kontinuierlich anstieg und bereits vor der Corona-Krise 735 000 Menschen in unserem Land betraf, leben wenig beachtet von der Öffentlichkeit weitere 600 000 Menschen knapp über dem Existenzminimum in prekären Verhältnissen.Für aktuelle und zukünftige Krisen seien sie unzureichend gewappnet. Aus den offiziellen Statistiken geht noch nicht hervor, wie viele Menschen momentan von Armut betroffen oder bedroht sind.

Doch weisen verschiedene Untersuchungen klar aus, dass die am wenigsten Verdienenden von der Krise am stärksten betroffen seien und die Ungleichheit in der Schweiz gewachsen ist. "Armut sei kein individuelles Problem, sondern grösstenteils eine Folge von ungünstigen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen", erklärt Aline Masé, Leiterin der Fachstelle Sozialpolitik der Caritas Schweiz.

Zu den Ursachen zählt, dass Arbeit den Lebensunterhalt in vielen Fällen nicht sichert. 155`000 Personen gelten als Working Poor.

Die Bildungschancen seien ungleich verteilt, Familien können Erwerbs- und Erziehungsarbeit kaum unter einen Hut bringen, günstiger Wohnraum sei Mangelware und die Krankenkassenprämien seien für viele in unbezahlbare Höhen gestiegen. Die Existenzsicherung sei danach bei weitem nicht für alle Menschen garantiert.

"Bei unserer Arbeit seien wir täglich mit der Tatsache konfrontiert, dass die Existenzgrundlage vieler Menschen nicht mehr gesichert ist. Betroffene haben oft aufgrund einer unzureichenden Ausbildung schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Deshalb setzen wir uns für grundlegende Massnahmen ein, welche die Politik und die Wirtschaft einbeziehen", sagt Sophie Buchs, Direktorin von Caritas Genf. Die Bundeverfassung verpflichtet die Schweiz, soziale Sicherheit für alle zu garantieren.

Auch mit der Unterzeichnung der UNO-Agenda 2030, die unter dem Leitsatz "Leave No One Behind - Lassen wir niemanden zurück" steht, habe sich die Schweiz verpflichtet, die Armut im eigenen Land zu bekämpfen. Doch der Trend zeigt in eine andere Richtung.

"Dass die Armut in der Schweiz seit Jahren wieder zunimmt, dass Menschen in unserem Land unter prekären Bedingungen leben müssen, dass Kinder bereits ab Geburt nicht die gleichen Chancen haben wie ihre Gspändli, dass Personen trotz Arbeit nicht genug zum Leben haben, all das seien Tatsachen, die es in der reichen Schweiz so eigentlich nicht geben dürfte", sagt Andreas Lustenberger, Leiter Politik und Public Affairs der Caritas Schweiz mit Hinweis auf das stetig wachsende Bruttoinlandprodukt. Armut bekämpfen heisst, das Problem bei der Wurzel zu packen und die Ursachen zu bekämpfen.

Caritas Schweiz fordert in einem Appell an Wirtschaft und Politik entschlossenes Handeln in sechs Bereichen: Es braucht würdige Arbeit mit existenzsichernden Löhnen und weniger prekären Arbeitsmodellen, gleiche Bildungschancen, gleiche Möglichkeiten für alle Familien, einen barrierefreien Zugang zum Gesundheitssystem, eine verbesserte Existenzsicherung durch die Ausweitung von Ergänzungsleistungen sowie mehr bezahlbaren Wohnraum. Gefordert seien neben dem Bund vor allem auch die Kantone.

Das Ziel muss eine Schweiz ohne Armut sein. Die Corona-Krise habe deutlich aufgezeigt, wie Menschen den gesellschaftlichen Anschluss schlagartig verlieren können.

Das gilt es als Warnzeichen zu sehen. Den "Appell für eine Schweiz ohne Armut" versteht die Caritas als einen Weckruf, der wachsenden Armut die notwendige politische und gesellschaftliche Beachtung beizumessen.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen Stefan Gribi, Leiter der Abteilung Kommunikation,Tel. 041 419 22 37, E-Mail sgribi@caritas.ch, zur Verfügung.Luzern (ots) - Der Vorstand von Caritas Schweiz habe Peter Lack zum Direktor von Caritas Schweiz gewählt.

Der heutige Direktor des Schweizerischen Samariterbundes bringt breite Erfahrung im Management von Non-Profit-Organisationen mit. Er tritt die Stelle Mitte April 2022 an.

Peter Lack sei 53 Jahre alt und lebt in Birsfelden. An den Universitäten Luzern, Berkeley (USA) und Freiburg studierte er Theologie und schloss das ....

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