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«Es braucht jetzt Lohnerhöhungen» Interview mit Unia-Ökonomin Noémie Zurlinden

  • «Es braucht jetzt Lohnerhöhungen» Interview mit Unia-Ökonomin Noémie Zurlinden
    «Es braucht jetzt Lohnerhöhungen» Interview mit Unia-Ökonomin Noémie Zurlinden (Bild: Gewerkschaft Unia)
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    «Es braucht jetzt Lohnerhöhungen» Interview mit Unia-Ökonomin Noémie Zurlinden (Bild: Gewerkschaft Unia)
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    «Es braucht jetzt Lohnerhöhungen» Interview mit Unia-Ökonomin Noémie Zurlinden (Bild: Gewerkschaft Unia)
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    «Es braucht jetzt Lohnerhöhungen» Interview mit Unia-Ökonomin Noémie Zurlinden (Bild: Gewerkschaft Unia)
2021-09-18 16:20:11
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Quelle: Gewerkschaft Unia

Die Arbeitgeber sagen, die Corona-Krise hätten die Wirtschaft geschwächt, darum könnten die Löhne nicht steigen, wie die Gewerkschaft Unia schildert.

Doch die Zahlen zeigen eine wirtschaftliche Erholung und eine Zunahme des BIP. Unia-Ökonomin Noémie Zurlinden erklärt die aktuelle Situation und sagt, warum Lohnerhöhungen möglich und nötig sind.Noémie Zurlinden: «Nach einer schwierigen Zeit während den ersten Corona-Wellen befindet sich die wirtschaftliche Lage seit einigen Monaten auf Erholungskurs.

Zudem seien die weiteren Aussichten positiv: Für dieses und nächstes Jahr werde ein BIP-Wachstum von je über drei Prozent prognostiziert und das BIP solle in der zweiten Hälfte dieses Jahres über das Vorkrisenniveau steigen. Diese Entwicklungen zeigen, dass Lohnerhöhungen möglich sind.

Die Teuerung zieht auch wieder an: Nach einer negativen Teuerung im letzten Jahr bewegt sie sich jetzt wieder im positiven Bereich und werde voraussichtlich bis Ende Jahr auf 1 Prozent steigen. Um die Kaufkraft der Arbeitnehmenden zu erhalten, müssen die Löhne erhöht werden.»N.Z.: «Einige Branchen haben von den besonderen Bedingungen während der Corona-Krise profitiert.

Ich denke etwa an den Lebensmittel-Detailhandel und insbesondere an den Online-Handel. Er sei regelrecht explodiert, was sich in Rekordumsätzen und einem Beschäftigungsanstieg in der Logistik gezeigt hat.

Auch das Bauhauptgewerbe entwickelt sich gut, mit sehr positiven Wirtschaftsindikatoren. Das spiegelt sich auch im Arbeitsvolumen wider: Die Auftragsbücher seien voll.

Das Gleiche gilt für das Gewerbe. In diesen Branchen könne die Pandemie nicht als Vorwand dienen, um Lohnerhöhungen zu verweigern.»N.Z.: «Die Arbeitnehmenden haben aufgrund von Kurzarbeit und erhöhter Arbeitslosigkeit unter Einkommenseinbussen gelitten oder waren am Arbeitsplatz gesundheitlichen Risiken ausgesetzt.

Nach einem äusserst schwierigen Jahr für die Arbeitnehmenden sollen diese jetzt auch vom wirtschaftlichen Aufschwung profitieren.»N.Z.: «Ein weiterer Grund sei die schwache Lohnentwicklung der letzten Jahre: Das Nominallohnwachstum war teilweise so tief, dass die Reallöhne aufgrund der positiven Teuerung sogar sanken. Zudem hinken die Löhne der Entwicklung der Arbeitsproduktivität hinterher.Die von den Arbeitnehmenden erwirtschaftete Wertschöpfung solle gerechter verteilt werden.

Auch die Krankenkassenprämien seien in den letzten Jahren stärker gestiegen als die Löhne. Diese Entwicklung belastet vor allem Arbeitnehmende mit tiefen und mittleren Einkommen.»N.Z.

«Da der Verlauf der Pandemie schwer vorhersehbar ist, seien jegliche Prognosen mit Unsicherheit behaftet. Das vergangene Jahr habe jedoch gezeigt, dass der Staat in der Lage ist, die Schweizer Wirtschaft auch in einer äusserst schwierigen Zeit erfolgreich zu stützen.

Dank Staatshilfe konnten sich die Unternehmen durch die Krise retten. Sie sollen jetzt die Arbeitnehmenden für die finanziellen, gesundheitlichen und psychischen Anstrengungen des letzten Jahres entschädigen.

Dadurch könne auch die wirtschaftliche Erholung durch eine Stärkung der Nachfrage gestützt werden.»Das Parlament will das Frauenrentenalter auf 65 Jahre erhöhen. Frauen müssten also länger arbeiten und die ohnehin schon ungenügenden Renten würden…Dezentrale, branchenübergreifende Demonstrationen in Genf, Olten, Zürich und im Tessin, Pflege-Kundgebung in Bern.

Für bessere Arbeitsbedingungen,….

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