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Wirtschaft

Zeit für Lohnerhöhungen und Lohngleichheit

  • Zeit für Lohnerhöhungen und Lohngleichheit
    Zeit für Lohnerhöhungen und Lohngleichheit (Bild: Gewerkschaft Unia)
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    Zeit für Lohnerhöhungen und Lohngleichheit (Bild: Gewerkschaft Unia)
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    Zeit für Lohnerhöhungen und Lohngleichheit (Bild: Gewerkschaft Unia)
2021-09-07 10:20:14
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Quelle: Gewerkschaft Unia

Nach einen schwierigen 2020 wächst die Schweizer Wirtschaft dieses Jahr überdurchschnittlich; in der zweiten Hälfte des Jahres sollte sie das Vorkrisenniveau wieder erreicht haben, wie die Gewerkschaft Unia berichtet.

Und auch die Aussichten für 2022 seien hervorragend. Vor diesem Hintergrund fordert Unia 100 Franken Lohnerhöhungen für alle, höhere Mindestlöhne sowie konkrete Massnahmen gegen die wachsende Lohnungleichheit.«Corona-Krise! » – so jammern die Arbeitgeberverbände dieses Jahr, wenn es darum geht, die Lohnforderungen der Arbeitnehmenden abzuwehren.

Doch Tatsache ist: Mit den Lockerungen der gesundheitspolitischen Massnahmen erfuhr die Wirtschaft eine kräftige Erholung, wie Unia-Präsidentin Vania Alleva an einer Medienkonferenz in Bern ausführte.Effektiv rechnet das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco für dieses Jahr mit einem überdurchschnittlichen Wachstum des BIP von 3.6%. Aller Voraussicht nach werde das BIP in der zweiten Hälfte des Jahres über Vorkrisenniveau steigen und parallel werden auch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit weiter zurückgehen.

Die Teuerung dreht vom Negativen ins Positive (Prognose für die Verhandlungsmonate 2021: 1%). Und auch die Aussichten für 2022 seien gut.Zusammengefasst, so Vania Alleva, stecke die Schweizer Wirtschaft also mitten in der Erholung.

Nach einem äusserst schwierigen Jahr für die Schweizer Arbeitnehmenden müssten diese deshalb vom wirtschaftlichen Aufschwung profitieren. Lohnerhöhungen seien unabdingbar.Die Baukonjunktur habe sich nach einem kurzen Taucher zu Beginn der Pandemie bestens erholt und bewegt sich inzwischen wieder auf Höchstniveau.

Die Ende August vom Schweizerischen Baumeisterverband publizierten Konjunkturerhebungen zeigen: Nicht nur stiegen die Umsätze im Hoch- und Tiefbau – um 1.7% gegenüber dem Vorquartal – sondern auch die Auftragsbücher seien prall gefüllt und die Anzahl der neuen Baugesuche habe ein Rekordhoch erreicht. «Die Bauarbeiter,» führte Alleva aus, «haben deshalb dieses Jahr eine Lohnerhöhung verdient und sie sei auch wirtschaftlich absolut möglich.» Unia fordert eine generelle Lohnerhöhung von 100 Franken im Bauhauptgewerbe.Parallel zum Bauhauptgewerbe seien auch die Auftragsbücher im Ausbaugewerbe voll, die Aussichten gut.

Die Energiestrategie 2050 des Bundes wirkt in denjenigen Branchen, die an der Gebäudehülle tätig sind, als zusätzlicher Impuls. Weniger positiv seien die Folgen der hohen Auslastung für die Arbeitnehmenden, so Alleva.

Es häufen sich Überstunden und Stress; die Löhne hingegen hätten mit der Entwicklung der Branche nicht Schritt gehalten.Der Detailhandel kommt gestärkt aus der Krise. Die Lebensmittelumsätze seien hoch, der Non-Food-Umsatz habe sich stabilisiert.

Besonders profitiert haben der Online-Handel und die Fachmärkte für Elektronik; doch nicht nur sie steigerten Umsätze und Gewinne, sondern der Branche geht es insgesamt gut.Der Erfolg komme nicht von ungefähr: Die Arbeitsproduktivität im Detailhandel hätte so stark zugenommen wie noch nie in den letzten 5 Jahren; der Nachholbedarf bei den Löhnen entsprechend gross. Der Detailhandel sei eine Tieflohnbranche, zwei Drittel der Arbeitnehmenden seien weiblich, es dominieren Teilzeit und vielfach Löhne unter 4000 Franken auf eine Vollzeitanstellung.

«Das sei einfach viel zu wenig», hielt Alleva fest. Unia fordert eine Erhöhung der Reallöhne um 2% und ein Anheben aller Löhne und Mindestlöhne über 4000 Franken.Die Lohnstrukturerhebung deckt die Probleme bei der Lohngleichheit schonungslos auf: Statt kleiner werde der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen derzeit grösser.

Laut den neusten Daten verdienen Frauen im Privatsektor bis heute durchschnittlich 19.6% weniger als Männer. Der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede wuchs auf 44.3%.Armut könne uns alle treffen.

Sei es wegen einem Arbeitsplatzverlust, einem Unfall, einer Wirtschaftskrise, einer Krankheit, einer Scheidung oder einer…Das Parlament will das Frauenrentenalter auf 65 Jahre erhöhen. Frauen müssten also länger arbeiten und die ohnehin schon ungenügenden Renten würden….

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