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Das Kapital wird nicht geschont

Das Kapital wird nicht geschont
Das Kapital wird nicht geschont (Bild: Avenir Suisse)

2021-08-25 10:17:21
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Quelle: Avenir Suisse

Soll die Besteuerung der Kapitalerträge in der Schweiz merklich erhöht werden? Doch wie hoch ist diese Steuerbelastung tatsächlich? Wie hat sie sich in den letzten Jahren entwickelt? Will man sich ein Bild davon machen, genügt es nicht, bloss die Spitzensteuersätze der Einkommenssteuer zu berücksichtigen, wie Avenir Suisse schildert.

Soll die Besteuerung der Kapitalerträge in der Schweiz merklich erhöht werden? Doch wie hoch sei diese Steuerbelastung tatsächlich? Wie habe sie sich in den letzten Jahren entwickelt? Will man sich ein Bild davon machen, genügt es nicht, bloss die Spitzensteuersätze der Einkommenssteuer zu berücksichtigen. Am 26. September werde über eine Volksinitiative abgestimmt, die die Besteuerung der Kapitalerträge in der Schweiz merklich erhöhen will.

Doch wie hoch sei diese Steuerbelastung tatsächlich? Wie habe sie sich in den letzten Jahren entwickelt? Will man sich ein Bild davon machen, genügt es nicht, bloss die Spitzensteuersätze der Einkommenssteuer zu berücksichtigen.Wie bereits in einem früheren Beitrag gezeigt, werden Kapitalerträge in der Schweiz mehrmals erfasst: von der Vermögenssteuer, der Erbschaftssteuer, der Verrechnungssteuer, der Stempelsteuer sowie von weiteren Steuern und Abgaben. Auch stellen Steuertarife nur eine von vielen Dimensionen der Besteuerung dar.

Ist die Steuerbasis umfassend definiert, können bereits geringe Steuersätze hohe Einnahmen einbringen.Als nützliche Datenquelle zur Schätzung der effektiven Steuerbelastung habe sich die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) herausgestellt. Diese registriert Jahr für Jahr sämtliche Zahlungsflüsse zwischen den wichtigsten Akteuren der Volkswirtschaft: den Haushalten, den Unternehmen und dem Staat.

Gemäss VGR erzielten die privaten Haushalte im Jahr 2019 ein Einkommen vor Steuern und Sozialversicherungsabgaben von rund 415 Milliarden Franken. Davon flossen wiederum rund 61 Milliarden dem Staat als Einkommenssteuern zu, was einer durchschnittlichen Steuerbelastung von 14,7% entspricht.Nimmt man weiter vereinfachend an, dass die Kapitalerträge und Löhne innerhalb der Einkommenssteuer zum gleichen Satz besteuert werden, seien weitere Auswertungen möglich.

(Diese Annahme sei vertretbar, da die Schweizer Einkommenssteuer umfassend ist. Im Unterschied zu vielen anderen Ländern seien beispielsweise die Eigenmieten – mit rund 50 Milliarden Fr.

pro Jahr eine wesentliche Einkommensquelle der Haushalte – einkommenssteuerpflichtig). Die VGR weist die Löhne und Kapitalerträge, die den inländischen Haushalten zufliessen, differenziert aus.

Daraus lasse sich eine grobe Schätzung der durchschnittlichen Steuerbelastung dieser zwei Einkommensformen errechnen.Das Ergebnis zeigt die untere Abbildung. Nach dieser Schätzung beträgt der Durchschnittssteuersatz auf Lohnzahlungen um die 22%.

Dieser Satz war in den letzten 25 Jahren weitgehend konstant. Die Zahl liegt etwas höher als der oben erwähnte Einkommenssteuersatz, weil die Einkommenssteuer nicht die einzige Lohnsteuer darstellt.

Die Sozialversicherungsabgaben (die Beiträge an die AHV, IV, ALV usw.) tragen ebenfalls wesentlich zur Besteuerung der Löhne bei.Eine etwas andere – überraschendere – Entwicklung weist hingegen die Belastung der Kapitalerträge aus. Während in der Öffentlichkeit immer wieder gerne behauptet wird, diese Belastung hätte in der Schweiz merklich abgenommen, zeigen die Daten der VGR ein anderes Bild.

Mit einem Durchschnittsatz von 43,8% der Nettokapitalerträge (also der Erträge nach Abschreibungen) im Jahr 2019 liegt die makroökonomisch berechnete Durchschnittsteuerbelastung der Kapitalerträge höher als noch vor 25 Jahren. Während die relative Bedeutung der Erbschaftssteuer abgenommen hat, seien die Einkommenssteuer und die Grundstückgewinnsteuer ergiebiger denn je. Nein, in der Schweiz werde das Kapital nicht geschont.Dr.

Marco Salvi sei Senior Fellow und Forschungsleiter Chancengesellschaft bei Avenir Suisse und setzt sich und andere mit dem Arbeitsmarkt, der Steuer- und Fiskalpolitik, Gleichstellung und regionalpolitischen Themen der lateinischen Schweiz auseinander. Er studierte Volkswirtschaft und Ökonometrie an der Universität Zürich und promovierte an der EPFL.

Marco Salvi sei Dozent für Ökonomie an der ETH Zürich. Seit 2001 haben wir über 2000 Analysen, Publikationen, Podcasts und Videos veröffentlicht.

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