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Deutlich weniger Leerwohnungen

  • Deutlich weniger Leerwohnungen
    Deutlich weniger Leerwohnungen (Bild: Kanton Zürich)
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    Deutlich weniger Leerwohnungen (Bild: Kanton Zürich)
2021-08-25 10:05:26
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Quelle: Kanton Zürich

Am 1. Juni 2021 standen im Kanton Zürich rund 5’520 Wohnungen leer, wie der Kanton Zürich meldet.

Das seien 1’330 weniger als im Vorjahr. Die Leerwohnungsziffer sank innert Jahresfrist von 0.9 auf 0.7 Prozent – ein Wert, der letztmals in den Jahren 2008 bis 2013 unterboten wurde.

Vor allem in ländlichen Regionen haben die Leerstände überdurchschnittlich abgenommen. In mehr als 70 Prozent der Zürcher Gemeinden sei die Leerwohnungsziffer, das heisst der Anteil der Leerwohnungen am gesamten Wohnungsbestand, tiefer als im Vorjahr.

Seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1984 verzeichneten noch nie so viele Gemeinden einen Rückgang. Die Leerwohnungsbestände seien denn auch in allen Regionen ausser der Stadt Zürich gesunken.

Ausgeprägt sei die Abnahme in den ländlicheren Regionen, wo die Leerstände in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich hoch waren. Dazu gehören das Weinland und das Oberland.

Ebenfalls klar rückläufig war die Leerwohnungsziffer in der Region Pfannenstiel am rechten Zürichseeufer.Auf kantonaler Ebene liegt die Leerwohnungsziffer erstmals seit 2013 unter dem Mittelwert der letzten zehn Jahre. Historisch betrachtet sei sie mit 0.7 Prozent jedoch nicht besonders tief.

Gegen Ende der Nuller-Jahre sowie nach dem Jahrtausendwechsel lagen die Werte zum Beispiel teilweise klar darunter.Zugenommen haben die Leerstände einzig bei den 1-Zimmer-Wohnungen. Am ausgeprägtesten sei der Rückgang bei grossen Wohnungen mit 4 und mehr Zimmern.

Dass grosse Wohnungen seltener leerstehen, zeigt sich in fast allen Regionen. Der höhere Anteil von Wohnungen mit mindestens 4 Zimmern auf dem Land sei denn auch ein Grund dafür, dass die Leerstände dort stärker abnahmen als in den dichter besiedelten Gebieten um die Stadt Zürich.

Hinzu kommt, dass die grosse Distanz zum Zentrum als Argument gegen einen Umzug aufs Land im Zuge des coronabedingten Homeoffice-Aufschwungs heute weniger stark ins Gewicht fallen dürfte als früher. Erheblich war der Rückgang der Leerstände in Neubauten.

Als solche gelten im Rahmen der Leerwohnungszählung Gebäude, die höchstens zwei Jahre alt sind. Relativ gesehen nehmen sie in dieser Kategorie seit längerem stärker ab als bei den Altbauten.

Im Jahr 2021 habe sich diese Entwicklung nochmals akzentuiert. In diesem Jahr befinden sich nur noch 11 Prozent der Leerwohnungen in Neubauten, vor fünf Jahren waren es noch 25 Prozent.

Schlüsselt man die Leerstände nach Wohnungstyp auf, zeigt sich, dass der Anteil der Einfamilienhäuser am Leerwohnungsbestand stabil geblieben sei und knapp unter 10 Prozent liegt. Unterscheidet man bei den Leerständen zwischen Eigentums- und Mietobjekten, sei der Anteil der Eigentumsobjekte in diesem Jahr wieder leicht angestiegen auf 15 Prozent.

Historisch betrachtet sei dies jedoch weiterhin ein tiefer Wert. Plausiblerweise erhöht die Corona-Pandemie die Nachfrage nach grossen Wohnungen, etwa weil die Menschen Platz fürs Homeoffice brauchen oder generell mehr Zeit zuhause verbringen.

Die Entwicklung der Leerstandszahlen scheint dieses Muster zu bestätigen. Auch dass die 1-Zimmer-Wohnungen vermehrt leerstehen, könne sicher teilweise mit dem Rückgang der (temporären) Arbeitsimmigration erklärt werden.

Die Veränderung der Präferenzen der Wohnungsuchenden wegen der Corona-Krise sei aber nicht der einzige mögliche Faktor. Das Angebot an Neubauwohnungen nimmt seit 2018 tendenziell ab.

Zudem wurden in den letzten Jahren relativ betrachtet mehr kleine als grosse Wohnungen gebaut. Der Anstieg der Leerwohnungsziffer bei den 1-Zimmer-Wohnungen und die Abnahme bei grösseren Wohnungen könnte so zumindest teilweise auch angebotsbedingt sein.Inwiefern der Rückgang der Leerwohnungsziffer im Vergleich mit dem Vorjahr eine nachhaltige Trendumkehr einläutet, könne erst in einigen Jahren abschliessend beurteilt werden.

Da die Leerwohnungszählung einer Stichtagslogik folgt, handelt es sich jeweils nur um eine Momentaufnahme. Gerade in kleinen Gemeinden seien die jährlichen Veränderungen grossen Schwankungen unterworfen.

Neubauprojekte können hier einen grossen Einfluss auf die Zahlen haben. Die Leerwohnungszählung werde nach Vorgaben des Bundes durchgeführt.

Sie erfasst bei allen Gemeinden die am 1. Juni leerstehenden Wohnungen, welche entweder zur dauernden Miete oder zum Kauf angeboten werden. Nicht erfasst werden Wohnungen, die zwar unbewohnt, jedoch schon vermietet oder verkauft sind.

Die ausgewiesenen Leerstandszahlen umfassen also nur Wohnungen, die zwar ausgeschrieben sind, aber nicht vermietet oder verkauft werden können. Sie schliessen somit nur einen Teil aller in Presse und Internet ausgeschriebenen Objekte ein und beziehen sich auf jenen Teil des Wohnungsangebots, der nicht sofort von der Nachfrage absorbiert wird.

Im Zeitverlauf sei die Leerwohnungsziffer ein sensibler Indikator für Ungleichgewichte im Wohnungsmarkt.Detaildaten für Gemeinden, Regionen und Bezirke finden sich auf der Website des Statistischen Amtes des Kantons Zürich. Die gleichzeitig erscheinende Medienmitteilung von Statistik Stadt Zürich enthält darüber hinaus Detaildaten zu den Stadtquartieren..

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