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Wissenschaft

Antidepressiva Absetzsymptome: Neue Meta-Analyse enthüllt Häufigkeit und Risiken

Das Absetzen von Antidepressiva kann zu unangenehmen Symptomen führen, wie eine neue Meta-Analyse zeigt. Forscher haben herausgefunden, dass etwa 15 Prozent der Personen, die Antidepressiva absetzen, tatsächlich Absetzsymptome erfahren. Die Details wurden im Fachjournal "The Lancet Psychiatry" veröffentlicht.

2024-06-07 09:25:09
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Quelle: Science Media Center Deutschland

Das Absetzen von Antidepressiva kann mit diversen unangenehmen Symptomen wie Schwindel, Übelkeit oder Schlafstörungen einhergehen – die tatsächlichen Fallzahlen sind aufgrund von Erwartungseffekten jedoch schwer zu erfassen. Nun analysierten Forscherinnen und Forscher erstmalig in einer Meta-Analyse, wie häufig solche Absetzsymptome bei verschiedenen Antidepressiva tatsächlich auftreten. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „The Lancet Psychiatry“ veröffentlicht.

Untersuchungen und Ergebnisse

Das Forschungsteam aus Deutschland untersuchte die Daten von über 20.000 Personen aus 79 Studien. In diesen Studien wurde die Häufigkeit von Absetzsymptomen der gängigen Antidepressiva sowie von Placebopräparaten analysiert. Von den Teilnehmenden, die Antidepressiva absetzten, berichteten 31 Prozent Absetzsymptome. Die Autorinnen und Autoren schlussfolgern daraus, dass etwa 15 Prozent – also circa jede sechste bis siebte Person – tatsächlich Absetzsymptome von Antidepressiva erfährt.

Absetzsymptome und Nocebo-Effekte

Ein Schwierigkeitsgrad bei der Erforschung von Absetzsymptomen sind Nocebo-Effekte, bei denen negative Auswirkungen durch die Erwartungshaltung entstehen. Die Studie analysiert, dass bestimmte Antidepressiva ein höheres Risiko für Absetzsymptome aufweisen. Zudem konnten keine signifikanten Unterschiede im Auftreten von Absetzsymptomen beim abrupten im Vergleich zum schrittweisen Absetzen festgestellt werden.

Behandlung mit Antidepressiva

Antidepressiva werden in der Regel zur Behandlung von Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen verschrieben. Die Ergebnisse der Meta-Analyse zeigen, dass Antidepressiva trotz möglicher Absetzsymptome einen wichtigen Beitrag zur Behandlung depressiver Störungen leisten. Eine individuelle Anpassung der Medikamentendosis sowie ein langsames Ausschleichen können Absetzphänomene reduzieren.

Klinische Praxis und Empfehlungen

Laut den Experten sollte die Auswahl und das Absetzen von Antidepressiva sorgfältig erfolgen, um Absetzsymptome zu minimieren. In der Praxis wird ein langsameres Ausschleichen empfohlen, um Rückfälle in die Depression zu vermeiden. Trotz auftretender Absetzphänomene sind Antidepressiva nach wie vor eine wichtige Therapieoption bei entsprechenden Indikationen.

Weiterführende Forschung und Schlussfolgerungen

Weitere Forschung ist notwendig, um die Risiken und Vorteile des Absetzens von Antidepressiva besser zu verstehen. Die Ergebnisse der Meta-Analyse betonen, dass Absetzsymptome bei Antidepressiva auftreten können, aber dass diese in einem begrenzten Ausmaß auftreten. Eine differenzierte Herangehensweise bei der Behandlung mit Antidepressiva ist entscheidend, um die bestmögliche Wirksamkeit und Verträglichkeit zu gewährleisten.

(Quelle:Science Media Center Deutschland Bearbeitet mit ChatGPT)

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