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Wissenschaft

Modellprojekte zur Legalisierung von Cannabis in Deutschland: Chancen und Risiken

Seit der Cannabis-Teillegalisierung am ersten April stellt sich die Frage, wo zukünftig Cannabis erworben werden kann. Die Bundesregierung hat ein Zwei-Säulen-Modell für den Verkauf festgelegt, das den Bezug über Cannabis-Clubs und den kommerziellen Verkauf in Modellprojekten vorsieht.

2024-05-08 11:25:07
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Quelle: Science Media Center Deutschland

Seit der Cannabis-Teillegalisierung am ersten April lautet eine der großen Fragen, wo Cannabis zukünftig erworben werden kann. Vor über einem Jahr legte die Bundesregierung in einem Eckpunktepapier den Verkauf in einem Zwei-Säulen-Modell fest: In einem ersten Schritt ist der Bezug über nicht-gewinnorientierte Vereinigungen – die sogenannten Cannabis-Clubs – sowie der Eigenanbau und die Ernte von maximal drei weiblich blühenden Pflanzen erlaubt. Als zweite Säule soll der kommerzielle Verkauf im Rahmen von Modellprojekten erprobt werden. Wissenschaftlich begleitet und mit einer Laufzeit von fünf Jahren sollen in Modellregionen kommerzielle Shops öffnen und Cannabis – darunter auch „edibles“ wie Haschcookies – verkaufen.

Modellprojekte: Eine gute Idee mit potenziellen Risiken

"Modellprojekte durchzuführen ist grundsätzlich eine gute Idee. Sie erlauben es verschiedene Modelle zu testen und zu vergleichen, sowie die Cannabiswelt – beispielsweise Konsumierende und Industrie – besser zu verstehen. Ihr größtes Problem: Wenn sie nicht gut geregelt sind, können sie unrealistische wirtschaftliche Interessen ankurbeln und damit auch den Konsum und die Risiken fördern." Auf die Frage, welche Art von Modellprojekten erfolgversprechender und welche riskanter sein könnten: "Das hängt vom Rahmen ab. Grundsätzlich sehe ich keinen Sinn, dass man Cannabis für den Freizeitkonsum in der Apotheke verkauft, wo es eigentlich nur medizinischen Cannabis geben sollte. Supermärkte oder Tabakgeschäfte sind aus Sicht des Gesundheitsschutzes sicher nicht die besten Orte.

Die Debatten um den kommerziellen Verkauf von Cannabis

Cannabis Social Clubs werden vielen Leuten nicht gefallen. Wir gehen davon aus, dass ein Teil der Konsumierenden nicht Mitglied eines solchen Vereins sein will, sondern ganz einfach Cannabis kaufen möchte. Internationale Erfahrungen zeigen, dass Cannabis Social Clubs oft in Grauzonen entstanden sind und schwierig zu regulieren und zu kontrollieren sind. Spezialisierte Geschäfte, die ausschließlich Cannabis verkaufen, scheinen daher der beste Ort für den Verkauf zu sein. Die üblichen Argumente für einen kommerziellen Verkauf, wie die Verdrängung des Schwarzmarktes und die Generierung von Steuereinnahmen, werden kritisch betrachtet.

Das übliche Argument lautet, dass mit einem kommerziellen Verkauf der Schwarzmarkt schneller verdrängt wird und dass viele Steuergelder eingenommen werden können. Das glaube ich nicht. Das Bild wird verschönt und es ist meistens nur das Argument der Industrie, um so wenig Regulierungen wie möglich zu haben. Kommerzielle Märkte bringen unter anderem tiefe Preise, (zu) viele Geschäfte und oft dubiöse Produkte. In den USA wurden zum Beispiel Esswaren wie Gummibärchen angeboten, die Tetrahydrocannabinol (THC) enthalten. Diese sind aus verschiedenen Gründen gefährlich: Sie sind sehr attraktiv für Kinder und oft zu stark dosiert oder nicht homogen.

Der Blick auf Gesundheit und Regulierung

Für den Gesundheitsschutz ist die Eröffnung von Cannabis-Shops nicht unbedingt notwendig, da bereits verschiedene Möglichkeiten des legalen Bezugs existieren. Wenn der Staat den illegalen Markt jedoch effektiv reduzieren möchte, könnte die Abgabe über entsprechende Shops sinnvoll sein. Eine profitorientierte Kommerzialisierung des Marktes könnte jedoch mit Problemen wie einem Anstieg des Konsums und Konsumentenproblemen einhergehen. Eine staatliche Regulierung des Marktes sowie klare Regeln und Besteuerungen können hierbei hilfreich sein. Erkenntnisse aus Modellprojekten können wichtige Informationen liefern, um die beste Vorgehensweise im Umgang mit dem Verkauf von Cannabis zu finden.

(Quelle:Science Media Center Deutschland Bearbeitet mit ChatGPT)

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