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Wissenschaft

APOE4-Genmutation als genetische Ursache von Alzheimer: Neue Erkenntnisse und Herausforderungen

Eine neue Studie zeigt, dass APOE4 nicht nur ein Risikogen, sondern eine genetische Variante von Alzheimer sein könnte. Die Forschenden veröffentlichten ihre Ergebnisse im renommierten Fachjournal „Nature Medicine“, und betonen die Auswirkungen auf Diagnostik und Behandlung.

2024-05-07 17:25:09
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Quelle: Science Media Center Deutschland

Alzheimer kann durch bestimmte Mutationen in Genen vererbt werden. Bisher sind Mutationen in drei Genen - APP, PSEN1 und PSEN2 - bekannt, die Alzheimer im Frühstadium verursachen, während Dutzende andere Gene mit einem erhöhten Risiko für die häufigere, sporadische und spät auftretende Form der Krankheit in Verbindung gebracht werden. Zu dem stärksten Risikogen dieser spät auftretenden Form zählte bislang auch Apolipoprotein E, wenn es in der Isoform e4 vorliegt (APOE4). Nun zeigt eine Untersuchung spanischer Forschende, dass es sich bei APOE4 vermutlich nicht nur um ein Risikogen handelt, sondern um eine genetische Variante von Alzheimer. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachjournal „Nature Medicine.“

APOE-Varianten und Alzheimer

APOE kann in drei Formen vorliegen: APOE2, APOE3 und APOE4. Während APOE2 sogar mit einem schützenden Effekt vor Alzheimer in Verbindung gebracht wird, zeigen APOE4-Homozygote - also alle Personen, die zwei Kopien dieser APOE-Variante tragen - ein bis zu 15 Prozent höheres Risiko für die Erkrankung. Um die Hypothese zu testen, dass zwei Kopien von APOE4 im Erbgut als eine weitere Form der genetisch bedingten Alzheimerdemenz angesehen werden kann, untersuchten die Forschenden Daten des National Alzheimer's Coordinating Center und von fünf weiteren großen Kohorten.

APOE4 als genetische Variante

Die Ergebnisse zeigen, dass fast alle APOE4-Homozygoten eine Alzheimer-Pathologie aufwiesen und im Vergleich zu APOE3-Homozygoten ab einem Alter von 55 Jahren signifikant höhere Werte von Alzheimer-Biomarkern hatten. Im Alter von 65 Jahren wiesen fast alle APOE4-Homozygoten abnormale Amyloidwerte im Nervenwasser auf und bei 75 Prozent konnten Amyloid-Ablagerungen im Gehirn nachgewiesen werden. Das Auftreten dieser Marker nahm mit steigendem Alter zu, was auf ein nahezu vollständiges Auftreten der Alzheimer-Krankheit bei APOE4-Homozygoten hindeutet.

Auswirkungen auf Diagnostik und Behandlung

Inwiefern die aktuellen Studiendaten einen Einfluss auf die Diagnostik, Früherkennung und Behandlung von APOE4-Homozygoten und Alzheimer-Erkrankten haben könnte, befragte das SMC Expertinnen und Experten. Die Autoren analysieren in einer überzeugenden Arbeit verschiedene Aspekte der Auswirkungen des homozygoten APOE4-Allels auf Alzheimer. Es sollte auch eine Längsschnittstudie durchgeführt werden, um den Verlauf der Pathologie im Laufe der Zeit festzustellen und wie APOE4 diesen Verlauf moduliert.

Neue Erkenntnisse und Herausforderungen

Auf Grundlage dieser Ergebnisse sollte das Konzept der genetisch bedingten Alzheimer-Krankheit geändert werden, indem APOE4 als ein genetisch bedingtes Gen aufgenommen wird. Die Autoren betonen, dass APOE4-Homozygote und Heterozygote nicht wie üblich kombiniert werden sollten, da sie zwei unterschiedliche genetische Risikoprofile darstellen. Es ist noch ein langer Weg, bis diese Erkenntnisse für die Früherkennung genutzt werden können, aber die Studie liefert wichtige Informationen für die genetische Beratung und Behandlung von APOE4-Homozygoten.

(Quelle:Science Media Center Deutschland Bearbeitet mit ChatGPT)

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