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Wissenschaft

Enzyme wandeln Blutgruppen A und B in universelle Gruppe 0 um - Eine wegweisende Entdeckung in der Blutlogistik

Forschende wandeln Blutgruppen A und B in universelle Blutgruppe 0 um, um die Verfügbarkeit von Spenderblut zu erhöhen. Neue Methode vereinfacht Blutlogistik und könnte lebensrettend sein, so die Forschungsarbeit im Fachjournal "Nature Microbiology".

2024-04-30 17:25:05
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Quelle: Science Media Center Deutschland

Mit einem Mix aus Enzymen haben Forschende Proben der Blutgruppen A und B in die universelle Blutgruppe 0 umgewandelt. Durch diese Methode sei es möglich, die Verfügbarkeit von Spenderblut zu erhöhen und die Blutlogistik für seltene Blutgruppen zu vereinfachen, argumentieren die Forschenden, die ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Microbiology“ veröffentlichten (siehe Primärquelle).

Unterschiede in den Blutgruppen

Die Blutgruppen des Menschen unterscheiden sich unter anderem durch die Antigene auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Vermischen sich verschiedene Blutgruppen, verklumpt das Blut, was für Menschen bei einer Blutspende tödlich sein kann. Die Antigene der Blutgruppen A und B besitzen ein Zuckermolekül am Ende der Oberflächenmoleküle – N-Acetyl-Galaktosamin für Blutgruppe A und Galaktose für Blutgruppe B. Die Antigene der Blutgruppe 0 haben kein solches Zuckermolekül. Dadurch nehmen Blutkörperchen anderer Blutgruppen sie nicht als „fremd“ wahr.

Bedeutung der Blutgruppen

Die zwei bekanntesten Blutgruppensysteme sind das AB0- und das Rhesus-System. Neben diesen beiden existieren noch weitere 34 Blutgruppensysteme mit mehr als 340 Antigenen. Die häufigsten Blutgruppen sind A Rhesus positiv und 0 Rhesus positiv (37 und 35 Prozent), selten tritt Blutgruppe AB Rhesus negativ (ein Prozent) und B Rhesus negativ (zwei Prozent) auf. Die seltenste Blutgruppe ist Bombay mit nur 20.000 Menschen weltweit.

Forschungsarbeit an Enzymen

Die Forscherinnen und Forscher aus Dänemark und Schweden konzentrierten sich für ihre Studie auf das Darmbakterium Akkermansia muciniphila, das die Darmschleimhaut stabilisiert. Sie untersuchten 23 Enzyme des Bakteriums, die es zum Abbau von Glykanen im Schleim verwendet. Sie identifizierten eine Kombination dieser Enzyme, die sowohl bekannte als auch bisher nicht bekannte Antigene auf menschlichen roten Blutkörperchen umwandeln können, um Blut der Gruppe 0 herzustellen.

Bedarf und Herausforderungen

Dr. Markus M. Müller äußert Bedenken hinsichtlich möglicher Risiken bei der Verwendung von nicht-menschlichen Enzymen in der Bluttransfusion. Er hebt hervor, dass die Verfügbarkeit von Blutgruppe 0 Rhesus D negativ besonders knapp ist und Verbesserungen in der Blutversorgung notwendig sind. Die Enzymmethode könnte die Versorgung mit dieser speziellen Blutgruppe entscheidend verbessern, birgt aber auch noch Herausforderungen.

Weitere Überlegungen und Forschungsausblick

Es sind noch weitere klinische Studien erforderlich, um die Sicherheit und Effektivität der enzymatischen Umwandlung von Blutgruppen zu bestätigen. Fragen zur Immunreaktion, Überlebenszeit der veränderten Erythrozyten und möglichen Auswirkungen auf die Blutzirkulation müssen noch geklärt werden. Der Ansatz zeigt Potenzial, aber es bedarf weiterer Forschung, bevor eine breite Anwendung möglich ist.

(Quelle:Science Media Center Deutschland Bearbeitet mit ChatGPT)

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