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Schweizerinnen und Schweizer konsumieren zu viel Fleisch: Kritischer "Meat Exhaustion Day" erreicht am 2. Mai

Die Schweizer*innen überschreiten den maximal empfohlenen Fleischkonsum und erreichen den "Meat Exhaustion Day" am 2. Mai, zwei Monate vor dem weltweiten Durchschnitt. Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN warnt vor den gesundheitlichen, klimatischen und tierischen Folgen des exzessiven Fleischkonsums in der Schweiz.

Zu viel Cervelat: Schweiz hat die empfohlene Jahresration Fleisch schon aufgegessen
Zu viel Cervelat: Schweiz hat die empfohlene Jahresration Fleisch schon aufgegessen (Bild: Tierschutzorganisation Vier Pfoten)

2024-04-30 11:10:09
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Quelle: Tierschutzorganisation Vier Pfoten

Zürich, 30. April 2024 - Die Schweizerinnen und Schweizer essen zu viel Fleisch. Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat dazu den "Meat Exhaustion Day" errechnet, jenen Tag, an dem der pro Jahr maximal empfohlene Fleischkonsum im Land erreicht ist. Für die Schweiz ist das der 2. Mai. Grundlage für die Berechnung ist die "Planetary Health Diet" der renommierten EAT-Lancet Kommission, welche die Auswirkungen der Ernährung auf das Klima und auf die menschliche Gesundheit in ihren fundierten Ernährungsempfehlungen einbezieht. Mit dem 2. Mai erreicht die Schweiz die kritische Schwelle rund zwei Monate vor dem weltweiten Durchschnitt (24. Juni).

"Rund drei Mal so viel Fleisch wie empfohlen - das ist schädlich für alle: Für unsere Gesundheit, fürs Klima und insbesondere für die Tiere. Allein in der Schweiz werden mehr als 80 Millionen Tiere geschlachtet wegen unserem Riesengluscht nach Cervelat und Co.", sagt Julia Fischer, Kampagnenverantwortliche für Nutztiere und Ernährung bei VIER PFOTEN Schweiz. Auch die Umwelt leidet unter der grossen Fleischeslust. Der grösste Teil der landwirtschaftlichen Emissionen entfällt auf die Tierhaltung. Laut dem Treibhausgasinventar des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), das 2023 veröffentlicht wurde, sind 10 % der gesamten Schweizer Treibhausgasemissionen auf die Tierhaltung zurückzuführen (8 % auf die enterische Fermentation und 2 % auf den Umgang mit Hofdünger). Insgesamt verursacht die Landwirtschaft mehr Emissionen als der Flugverkehr in der Schweiz.

Mit 47,3 kg pro Kopf und Jahr ist der Fleischkonsum in der Schweiz sehr viel höher als der weltweite Durchschnitt (33 kg pro Kopf). Im Wochenschnitt isst jede Person in der Schweiz fast 1 kg Fleisch oder - in Cervelat-Portionen gerechnet - ganze 12,5 Würste. In Cervelat-Äquivalenten sind das 8,5 Würste mehr als von der Planetary Health Diet der EAT-Lancet-Kommission empfohlen.

Die wahren Kosten dieses exzessiven Konsums bleiben gravierenderweise im Verborgenen. "Gerade billiges Fleisch aus Intensivtierhaltung kommt uns in Wahrheit teuer zu stehen. Die Folgekosten der Umweltverschmutzung, der Klimabelastung, des Antibiotikaeinsatzes, aber auch die steigenden Kosten im Gesundheitssystem durch zu fleischlastige Ernährung holen uns langsam, aber sicher ein. Das sieht auch der Bund ein und folgert in seiner Klimastrategie für Ernährung und Landwirtschaft: Der Fleischkonsum muss sinken", erklärt Julia Fischer. Im Rahmen seiner Klimastrategie betont der Bund, dass eine Vielzahl von Studien zum Schluss kommt, dass eine Ernährung, die reich an pflanzlichen Lebensmitteln ist und weniger Fleisch enthält, sowohl der Gesundheit als auch der Umwelt zugutekommt. Das BAFU listet zudem den übermässigen Stickstoffeintrag durch die landwirtschaftliche Tierhaltung als eine grosse Bedrohung für die Biodiversität auf. VIER PFOTEN fordert die Politik dazu auf, mehr Massnahmen für eine Reduktion des Fleischkonsums auszuarbeiten. Denn in der pflanzenbasierten Ernährung liegt ohne Zweifel die Zukunft. "Ein Stopp der unzähligen Rabattaktionen auf Billigfleisch wäre ein guter Anfang. Ausserdem braucht es eine transparente Kennzeichnung unserer tierischen Lebensmittel. Haltungsform der Tiere und Herkunft müssen für Konsumierende in Handel und Gastronomie auf den ersten Blick deutlich erkennbar sein, wenn wir den exzessiven Fleischkonsum endlich einschränken wollen", fordert Julia Fischer

(Quelle:Tierschutzorganisation Vier Pfoten Bearbeitet mit ChatGPT)

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