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Wissenschaft

Vogelgrippevirus in US-Milchkühen: Fachwelt beunruhigt über neue Erkenntnisse

Neue Untersuchungen zeigen: Jede fünfte Milchpackung in den USA könnte mit dem Vogelgrippevirus infiziert sein. Fachleute sind besorgt über die unerwartete Ausbreitung des Virus unter Milchkühen.

2024-04-29 11:25:08
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Quelle: Science Media Center Deutschland

Immer mehr Milchkuehe koennten in den USA mit dem Vogelgrippevirus infiziert sein. Das legt eine landesweite Untersuchung von Supermarktmilch der US-Gesundheitsbehoerde FDA nahe. In rund 20 Prozent der getesteten Proben fanden sich demnach Bestandteile des Vogelgrippevirus H5N1. Eine Gefahr fuer den Menschen bestehe derzeit nicht, da das Virus durch die Pasteurisierung abgetoetet werde. Die zurueckbleibenden genetischen Virusfragmente sind nicht in der Lage, eine Infektion zu verursachen. Derzeit laufen Versuche, ob sich ueberhaupt infektioese Viruspartikel aus Milchproben anzüchten lassen.

Lage in den USA beunruhigt Fachwelt

Die Ergebnisse bedeuten auch nicht automatisch, dass jede fuenfte Milchpackung im Supermarkt infiziert ist. Viele Virusbestandteile in vielen Milchproben koennen auch auf eine kleinere Anzahl infizierter Kuehe zurueckzufuehren sein, die grosse Virusmengen ausscheiden. Der FDA zufolge ist auch kein Anstieg der Grippefaelle beim Menschen zu beobachten. Bislang gebe es weiterhin offiziell nur einen Fall, in dem sich ein Mensch nach dem direkten Kontakt mit infizierten Rindern selbst infiziert hat. H5N1-Viren der Klade 2.3.4.4b wurden erstmals im Februar bei Milchkuehen in Texas nachgewiesen.

Maßnahmen zur Eindaemmung

Die Lage in den USA beunruhigt die Fachwelt nun vor allem deswegen, weil Rinder bisher nicht als Wirt des Vogelgrippevirus galten. Mit jedem neuen Viruswirt, der in engerem Kontakt zu Menschen steht, erhoeht sich auch die Wahrscheinlichkeit einer Uebertragung auf den Menschen. Aktuell sind in den USA nachweislich mindestens 33 Herden in acht Bundesstaaten infiziert. Wie Wildvoegel das Virus auf die Kuehe uebertragen haben koennten, ist bisher nicht eindeutig klaert.

Das US-Landwirtschaftsministerium hat eine Bundesverordnung erlassen, wonach ab dem 29. April vor dem Transport von Milchvieh zwischen den Staaten ein negativer Test auf das Influenza-A-Virus durchgefuehrt werden muss. Laboratorien und staatliche Tieraerzte sind zudem verpflichtet, positive Ergebnisse den Behoerden zu melden. Das hochpathogene Influenza-A-Virus H5N1 wurde erstmals 1996 in China entdeckt und hat seitdem mehrere Ausbrueche in Gefluegelbestaenden und vereinzelt auch beim Menschen verursacht.

Experenmeinungen und Fazit

„Die Situation in den USA aendert sich staendig. Die Informationen und Daten von dort sind derzeit leider unvollstaendig. Viele Fragen koennen einfach noch nicht sicher beantwortet werden. Nach den bisherigen Daten verdichten sich die Hinweise, dass der Eintrag dieses Vogelgrippe-Erregers bei Rindern bereits vor Monaten geschah. Die Rinderfarmen in den USA liegen in Gebieten, in denen es auch Faelle bei Wildvoegeln und beim Gefluegel gegeben hat, so dass ein entsprechender Kontakt wahrscheinlich ist“, erklaerte ein Experte.

„Mich ueberrascht es sehr, dass Kuehe nun infiziert sind. Wir haben 2006 ein verwandtes Virus aus einer infizierten Katze isoliert. Es war ein teiladaptiertes Virus. Dieses haben wir dann in Kalber gegeben und nur ganz wenig Replikation gesehen; die meisten Kalber haben aber Antikoerper gebildet. Das Virus wird versuchen, sich weiterzuentwickeln, deshalb ist es wichtig, dass rasch Massnahmen wie Transportbeschraenkungen getroffen werden“, fuegte ein anderer Experte hinzu.

(Quelle:Science Media Center Deutschland Bearbeitet mit ChatGPT)

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