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Start der "Weed Care" Studie in Basel-Stadt mit 378 Teilnehmenden – Zwischenergebnisse veröffentlicht

Die Studie "Weed Care" zur kontrollierten Abgabe von Cannabisprodukten in Basel hat mit 378 Teilnehmern und dem Verkauf von sechs Bio-Produkten begonnen. Lesen Sie jetzt die ersten Zwischenergebnisse zur Teilnehmerstruktur und den Konsumgewohnheiten.

2024-03-25 10:05:32
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Quelle: Kanton Basel-Stadt

Die Studie "Weed Care", ein Pilotprojekt zur kontrollierten Abgabe von Cannabisprodukten im Kanton Basel-Stadt, ist am 30. Januar 2023 mit 378 Teilnehmenden und dem Verkauf von sechs Cannabisprodukten aus Schweizer Bio-Produktion gestartet. Nun liegen erste Zwischenergebnisse zum ersten Studienjahr vor.

Zwischenergebnisse und Teilnehmerstruktur

Knapp 700 Personen haben sich im Herbst 2022 über die Webseite der Studie angemeldet, 378 Personen konnten in die Studie eingeschlossen werden. 75 Prozent der Teilnehmenden sind erwerbstätig (Voll- oder Teilzeit). Das Alter des Erstkonsums liegt bei 16.6 Jahren. Die Teilnehmenden werden während der gesamten Studie regelmässig u.a. zu ihrem Konsumverhalten und ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit befragt. Bisher kam es zu keinen unerwünschten Ereignissen und keinen Feststellungen der Polizei im Zusammenhang mit Studiencannabis oder Studienteilnehmenden.

Abbrüche und Konsumgewohnheiten

40 Personen oder 11 Prozent der Teilnehmenden haben die Studie im ersten Jahr vorzeitig abgebrochen. Davon wurde 25 Personen der Studienausweis aufgrund nicht ausgefüllter Online-Fragebögen blockiert. 15 Personen haben die Studie aus unterschiedlichen Gründen wie Unzufriedenheit mit den Studienprodukten (5 Personen), Wegzug aus dem Kanton (3 Personen) oder Konsumstopp (2 Personen) von sich aus beendet. Die Studienleitung ihrerseits musste bisher keine Person wegen Gesetzesverstoss oder signifikanter gesundheitlicher Verschlechterung von der Studie ausschliessen.

Konsummenge und Wünsche der Teilnehmenden

Insgesamt wurden im ersten Studienjahr 41 Kilogramm Studiencannabis in 8176 Bezügen in den Apotheken verkauft. Die durchschnittliche Anzahl Konsumtage und die Konsummenge haben sich während dem ersten Studienjahr kaum verändert: Die Teilnehmenden konsumieren an durchschnittlich 20 Tagen im Monat eine Menge von 1.2 g pro Konsumtag.

Während die Zufriedenheit mit der Apotheke als Bezugsquelle (94%) als sehr hoch angegeben wird, ist diejenige mit der Produktepalette (57%) und -qualität (69%) deutlich tiefer. 67 Prozent der Teilnehmenden wünschten zusätzlich zu den erhältlichen Blüten- und Haschprodukten weitere Produkte. So wünschten sich 70 Prozent sogenannte Edibles (Gummibärchen, Pralinen etc.), 59 Prozent THC-Öl und 43 Prozent E-Liquids. Ausserdem wünschten sich die Teilnehmenden teilweise auch stärkere Produkte mit mehr als den zugelassenen 20 Prozent THC. So lässt sich erklären, warum 49 Prozent der Teilnehmenden neben dem Studiencannabis auch Cannabis aus illegalen Quellen konsumierten.

Ausblick und Zukunftsaussichten

Regine Steinauer, Leiterin Abteilung Sucht, zu den Zwischenergebnissen: "Die Zwischenergebnisse lassen noch keine abschliessenden Erkenntnisse zu. Es scheint sich aber zu zeigen, dass sich die Produktepalette mehr an den Bedürfnissen der Konsumierenden orientieren muss, um zukünftig eine Auswirkung auf den Schwarzmarkt zu erreichen."

Die gemeinsame Studie des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt, der Universitären Psychiatrischen Kliniken, der Psychiatrischen Dienste Aargau sowie der Universität Basel dauert bis Juli 2025. Danach wird ein Schlussbericht erstellt. Die daraus gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse bilden zusammen mit den Ergebnissen anderer Pilotprojekte in der Schweiz eine fundierte Diskussionsgrundlage für eine künftige verantwortungsvolle Cannabispolitik.

Prof. Dr. med. Marc Walter Studienleiter Weed

(Quelle:Kanton Basel-Stadt Bearbeitet mit ChatGPT)

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