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ie der Kantonsarchäologie Zürich

ie zur Gewinnung und Verarbeitung von Feuerstein in den Ufersiedlungen am Zürichsee enthüllt die faszinierenden Erkenntnisse der Kantonsarchäologie Zürich über die Wirtschaft und Gesellschaft der Jungsteinzeit im Kanton Zürich.

2024-02-07 18:05:29
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Quelle: Kanton Zürich

Mehr als 30’000 Stücke Feuerstein untersucht: Neue Monographie der Kantonsarchäologie Zürich

Mehr als 30’000 Stücke Feuerstein hat Kurt Altorfer in seiner Forschungsarbeit untersucht. Die Ergebnisse seiner Arbeit sind nun in der neuen Monographie der Kantonsarchäologie Zürich veröffentlicht worden. Das Buch beschreibt den Weg vom Rohmaterial aus den Abbaustellen an der Lägern bis zur Verwendung in den Ufersiedlungen an den Zürcher Seen. Durch die Untersuchung des Werkstoffs Silex lassen sich Rückschlüsse auf die Wirtschaft und Gesellschaft der Jungsteinzeit im Kanton Zürich ziehen.

Gewinnung und Verarbeitung von Feuerstein in den Ufersiedlungen am Zürichsee

  • Untersuchungen in den Ufersiedlungen am Zürichsee haben neben Gebäuderesten und Keramik auch Tausende von Geräten aus Silizit (Silex, Feuerstein) ans Licht gebracht.
  • Viele dieser Geräte stammen aus den natürlichen Vorkommen an der Lägern.
  • Die neuerschienene Monographie der Kantonsarchäologie widmet sich der Gewinnung, Verarbeitung und Bedeutung von Feuerstein im Warentausch während des Zeitraums von 4400–2400 v. Chr.

In den Bohnerzlehmschichten im Hügelzug der Lägern sind zahlreiche Knollen aus Silizit zu finden. Diese Knollen sind der Rohstoff für den "Stahl der Steinzeit". Geschickte Handwerker können daraus scharfkantige Stücke herausschlagen, die zum Schneiden, Schaben, Bohren oder für Pfeilspitzen geeignet sind. Die neueste Untersuchung konzentriert sich insbesondere auf neu entdeckte Abbaustellen in Otelfingen und Boppelsen. An diesen Orten wurden die Knollen nicht nur aus dem Boden geholt, sondern auch vor Ort getestet und sortiert. Das Material zeigt deutlich, dass die Steinbearbeiter sorgsam mit dem Rohstoff umgegangen sind. Jegliche brauchbare Stücke wurden abtransportiert, während unbrauchbare Knollen sofort wieder in die Grube geworfen wurden. In nahegelegenen Werkstätten wurden die Knollen von erfahrenen Steinbearbeitern zu qualitativ hochwertigen Halbprodukten weiterverarbeitet, aus denen später Geräte hergestellt wurden. Die Leistung der neolithischen Werkstätten ist beeindruckend, da sie mit Werkzeugen aus Stein und Geweih ästhetisch ansprechende Formen mit millimetergenauen Retuschen herstellen konnten. Einige dieser Produkte könnten möglicherweise rituelle oder symbolische Zwecke gehabt haben.

Handel und Arbeitsteilung in den Ufersiedlungen am Zürichsee

  • In den Ufersiedlungen am Zürichsee wurden keine Hinweise auf serielle Klingenproduktion gefunden.
  • Stattdessen wurden nur fertige Geräte oder vorfabrizierte Grundformen entdeckt.
  • Dies spricht für eine Arbeitsteilung, bei der das Wissen und die Fähigkeiten zur Gewinnung und Verarbeitung von Feuerstein über Generationen hinweg weitergegeben wurden.

Es wird vermutet, dass der Feuerstein gegen landwirtschaftliche Produkte, Textilien oder andere Geräte getauscht wurde. Dadurch lassen sich unterschiedliche wirtschaftliche Schwerpunkte einiger Seeufersiedlungen erklären. Der Handel hatte in der neolithischen Zeit jedoch keine rein ökonomische Funktion, sondern diente auch der Festigung sozialer und möglicherweise politischer Bindungen. Die Austauschsysteme, die anhand des Materials nachvollzogen werden können, lassen auf eine gut vernetzte, differenzierte und anpassungsfähige Gesellschaft schließen.

Titel: Werkstofftechnologie und Kommunikationsnetze in Zürcher Feuchtbodensiedlungen
Monograph

(Quelle:Kanton Zürich Bearbeitet mit ChatGPT)

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