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Wissenschaft

Protonentherapie gegen Speiseröhrenkrebs: Erste Anwendung in der Schweiz

Am Paul Scherrer Institut PSI wurde heute erstmals ein 67-jähriger Patient mit Protonen gegen Speiseröhrenkrebs bestrahlt, eine Methode, die zuvor noch nie in der Schweiz angewendet wurde. Das PSI und das Universitätsspital Zürich nehmen an einer klinischen Studie teil, um herauszufinden, ob die Protonentherapie bei der Behandlung von Speiseröhrenkrebs Vorteile bietet, insbesondere bei der Verringerung von Lungenkomplikationen.

2023-08-15 14:25:02
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Quelle: Paul Scherrer Institut

Am Paul Scherrer Institut PSI wurde heute erstmals ein 67-jähriger Patient mit Protonen gegen Speiseröhrenkrebs bestrahlt. Diese Art der Bestrahlung wurde zuvor noch nie in der Schweiz angewendet. Die Behandlung erfolgt im Rahmen einer klinischen Studie, an der das PSI und das Universitätsspital Zürich teilnehmen. Die Studie untersucht, ob die Protonentherapie bei der Behandlung von Speiseröhrenkrebs Vorteile bietet, insbesondere die Verringerung von Lungenkomplikationen. Der Patient, der am Übergang der Speiseröhre zum Magen einen Tumor hat, der operiert werden kann, ist der erste Patient in dieser europäischen Phase-III-Studie. Die Protonentherapie wird am PSI seit 1996 erfolgreich bei Tumoren im Hals- und Kopfbereich sowie am Körperstamm eingesetzt. Matthias Guckenberger, Direktor der Klinik für Radio-Onkologie am Universitätsspital Zürich, freut sich darüber, dass nun auch Patienten in der Schweiz diese Art der Behandlung im Rahmen einer klinischen Studie erhalten können. Die Protonentherapie wird im Vergleich zur herkömmlichen Strahlentherapie untersucht, um mögliche Vorteile bei der Behandlung von Speiseröhrenkrebs zu ermitteln. Etwa 600 Menschen erkranken jedes Jahr in der Schweiz an Speiseröhrenkrebs, wobei drei Viertel der Erkrankten Männer sind. Die Behandlung besteht normalerweise aus einer kombinierten Chemo- und Strahlentherapie, gefolgt von einer Operation, bei der der Tumor und die umgebenden Lymphknoten entfernt werden. Die Bestrahlung der Krebsart kann jedoch zu Komplikationen bei den umliegenden Organen führen, insbesondere bei der Lunge. Die Protonentherapie könnte bei der Verringerung von Lungenkomplikationen helfen. Protonen sind Teilchen mit Masse und Ladung, die eine genau vorbestimmte Eindringtiefe ins Gewebe haben. Sie verlieren auf dem Weg zum Tumor nur wenig Energie und bleiben größtenteils im Tumor stecken, wodurch das umliegende gesunde Gewebe geschont wird. Eine europaweite Studie namens PROTECT vergleicht die Nebenwirkungen der herkömmlichen Strahlentherapie mit denen der Protonentherapie bei der Behandlung von Speiseröhrenkrebs. Die Studie umfasst insgesamt 19 Forschungspartner aus ganz Europa und schließt knapp 400 Patientinnen und Patienten mit nicht-metastasiertem Speiseröhrenkrebs ein. Etwa zwanzig davon werden in der Schweiz behandelt. Alle Teilnehmenden erhalten zunächst eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie und werden später operiert. Die Hälfte der Personen wird mit Röntgenstrahlen bestrahlt, die andere Hälfte mit Protonen. Die Studienärzte am Universitätsspital Zürich und am Paul Scherrer Institut suchen kontinuierlich nach geeigneten Patienten, um an der Studie teilzunehmen. Wenn sich die Hoffnungen bei der Protonentherapie bestätigen, könnte diese Behandlungsmethode in Zukunft auf die Indikationsliste des Bundesamts für Gesundheit gesetzt und von Krankenversicherungen übernommen werden.

(Quelle:Paul Scherrer Institut Bearbeitet mit ChatGPT)

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