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Wirtschaft

Robuste Schweizer Wirtschaft ist für ein schwieriges Umfeld gut gerüstet

2023-01-20 07:20:11
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Quelle: Raiffeisen

St.Gallen, 10. Januar 2023. Die Schweizer Wirtschaft kann sich der weltweiten Abkühlung der Konjunktur nicht entziehen und dürfte 2023 mit einem BIP-Wachstum von 1,0 Prozent nur noch unterdurchschnittlich zulegen, wie Raiffeisen schreibt.

Die hohen Energiepreise und die steigenden Lebenshaltungskosten entfalten auch hierzulande ihre negative Wirkung. Gleichzeitig nimmt die Exportdynamik ab, weil die hohe Inflation bei den meisten Handelspartnern zu schmerzhaften Kaufkraftverlusten der Haushalte führt und die Konjunktur bremst.

Viele Notenbanken werden ihre Geldpolitik weiter straffen müssen, da die Gefahr von anhaltend hohen Inflationsraten noch nicht gebannt ist. In dieser Konstellation habe sich die Rezessionsgefahr deutlich erhöht, insbesondere in Europa, das besonders stark vom durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Energiepreisschock betroffen ist.

In der Schweiz besteht nach Einschätzung von Martin Neff, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, hingegen kein akutes Risiko einer Rezession.«Die Inflation bleibt hierzulande im Zaum, weshalb die Kaufkraft der Haushalte insgesamt weniger als im Ausland leidet. Eine ganze Reihe von Faktoren hält die Teuerung tiefer als in den Nachbarländern, allen voran die starke Währung.

Diese hilft, die hohen Importpreise abzufedern», so Martin Neff. Er rechnet zwar auch 2023 mit einer weiter erhöhten Jahresinflation von 2,3 Prozent – was jedoch tiefer als im Vorjahr sei und im internationalen Vergleich nach wie vor ein äusserst verhaltenes Niveau darstellt.

Der Franken dürfte auch dieses Jahr zur Stärke neigen und weiterhin wesentlich dazu beitragen, dass der Preisdruck nicht zusätzlich ansteigt. «Die Schweizerische Nationalbank dürfte die Zinsen darum nur noch geringfügig weiter erhöhen», sei Martin Neff überzeugt.

Die starke Zunahme der Energiepreise geht zwar auch in der Schweiz an den Unternehmen nicht spurlos vorbei, wie Umfragen von Raiffeisen bei Industrie-KMU zeigen. Die Belastung sei aber aufgrund der geringeren Abhängigkeit von Öl und Gas und der generell niedrigeren Energieintensität der Schweizer Wirtschaft weniger stark als im Ausland.Die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten blicken laut Umfragen zwar pessimistisch ins neue Jahr.

Ihre finanzielle Situation sei nach Einschätzung der Raiffeisen-Ökonomen – ungeachtet der Teuerung – aber weitgehend stabil. Höhere Löhne helfen zudem, allfällige weitere Einbussen des Reallohns in engen Grenzen zu halten.

Gleichzeitig haben sich die Arbeitsmarktaussichten kaum verschlechtert. Auch wenn das anspruchsvolle wirtschaftliche und geopolitische Umfeld die Planungssicherheit beeinträchtigt, planen viele Unternehmen weitere Einstellungen, insbesondere im Dienstleistungssektor.

Schliesslich stützen auch das Bevölkerungswachstum und die anhaltend hohe Zuwanderung den Privatkonsum. «Alles in allem dürfte der Konsum somit auch 2023 ein zuverlässiger Wachstumspfeiler bleiben und damit verhindern, dass die Schweiz in eine Rezession rutscht», resümiert Martin Neff.Die Schweizerische Nationalbank habe trotz des nach wie vor moderaten Preisausblicks schon früh präventiv begonnen, die Geldpolitik zu normalisieren, indem sie seit 2021 eine gewisse Aufwertung des Franken zugelassen hat.

Sollte es zu einer unerwünschten Abschwächung kommen, könne die SNB jederzeit wieder Devisenkäufe tätigen und auf diesem Weg die Inflation bekämpfen. Zusammen mit den bisher beschlossenen Zinsanhebungen scheint das mittelfristige Inflationsziel damit bereits in Reichweite.

Dies nicht zuletzt deshalb, weil die Lohnanstiege moderat ausfallen und keine Zweitrundeneffekte auslösen dürften. Die Raiffeisen-Ökonomen erwarten deshalb im Gegensatz zur Entwicklung in der Eurozone, wenn überhaupt, höchstens noch einen geringfügigen Anstieg der Leitzinsen in der Schweiz.

Damit dürften auch die Kapitalmarktzinsen hierzulande nur noch moderat steigen.Insgesamt kehrt die Planungssicherheit für Schweizer Unternehmen dieses Jahr aber nur langsam zurück. «Mit der nachlassenden globalen Güternachfrage verlieren die Lieferkettenproblematik und der Mangel an Vorprodukten zwar sukzessive an Brisanz, aber je nachdem wie Chinas Ausstieg aus der Zero-Covid-Politik weiter verläuft, drohen erneute Lieferengpässe.

Vor allem aber sei die Energiekrise noch längst nicht vom Tisch», so Martin Neff. Auch in Branchen mit einem grundsätzlich niedrigen Energiekostenanteil können Kostensteigerungen wie 2022 schnell zu grossen Problemen oder gar Konkursen führen.

Neue Preisspitzen bei der Energie seien zwar unwahrscheinlich, die Preise wie auch die Schwankungen werden 2023 aber hoch bleiben. Generell seien die Chancen intakt, dass die Schweizer Wirtschaft widerstandsfähig bleibt und auch 2023 leicht wachsen wird.

Nichtsdestotrotz sei und bleibt die Prognoseunsicherheit unvermindert gross..

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