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Wissenschaft

Veröffentlichung der ersten globalen Bestandsaufnahme: Wie holen wir CO2 aus der Atmosphäre?

2023-01-19 08:25:07
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Quelle: Science Media Center Deutschland

Am 19.01.2023 ist der Report „The State of Carbon Dioxide Removal (CDR)“ veröffentlicht worden – die erste weltweite Bestandsaufnahme und umfassende Bewertung der notwendigen Maßnahmen, um das Treibhausgas Kohlendioxid der Atmosphäre zu entziehen und dauerhaft zu speichern (siehe Primärquelle), wie das Science Media Center Deutschland schreibt.

Die Autorinnen und Autoren des Berichts beschreiben ihre Arbeit als „Sachstandsbericht zu CO2-Entnahmen, weil das Thema in Wissenschaft und Politik bisher zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.“ Ihre Analyse legt offen, dass es eine große Lücke gibt zwischen den CDR-Planungen der Staaten und dem, was erforderlich ist, um das Ziel des Pariser Klimavertrages zu erreichen. Derzeit gibt es weltweit nur wenige Pläne, die Entnahme von CO2 über das aktuelle Niveau hinaus zu steigern.Die globalen Treibhausgasemissionen steigen noch immer Jahr für Jahr – mit einer kurzen Pause durch die Einschränkungen während der Corona-Pandemie.

Um das 1,5- und auch das 2-Grad-Ziel in Reichweite zu halten, müssen bis 2030 nicht nur diese Emissionen massiv gemindert werden. Zusätzlich braucht es die Entfernung und Speicherung von Hunderten Milliarden Tonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre im Laufe des Jahrhunderts.

Alle Szenarien des Sechsten Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC, in denen das 1,5 Grad Ziel erreicht wird, greifen daher auch auf die Entnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre zurück. Zudem werde es diese Entnahmetechniken brauchen, um das Netto-Null-Emissionsziel 2050 zu erreichen, um dann auch die unvermeidbaren Emissionen zu kompensieren.Aktuell werden etwa 2 Gigatonnen CO2 pro Jahr – bei globalen Emissionen von fast 37 Gigatonnen – aus der Atmosphäre entzogen, vor allem durch Aufforstungen und Management bestehender Wälder.

Um die tatsächlich benötigten Entnahmemengen umzusetzen, braucht es zusätzlich „neuartige” CDR-Methoden: Bioenergie mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (BECCS), Biokohle, direkte Entnahme aus der Luft mit anschließender Speicherung (DACCS) und verbesserte Gesteinsverwitterung. Aktuell werden mit diesen Methoden lediglich 0,002 Gigatonnen CO2 pro Jahr gewonnen.

Um die Lücke zu schließen, müssten die neuen CDR-Methoden um Faktor 30 bis 2030 ansteigen und um Faktor 1.300 bis Mitte des Jahrhunderts. Kein Staat sieht bisher bei seinen nationalen Klimaplänen (NDCs) einen Ausbau bis 2030 vor, nur in einigen dieser Selbstverpflichtungen findet sich dies bis zum Jahr 2050. Nach Ansicht der Autorinnen und Autoren des Reports seien die kommenden zehn Jahre entscheidend, um CDR rechtzeitig auf den Weg zu bringen.Dr.

Oliver Geden Senior Fellow, Abteilung EU/Europa, Stiftung Wissenschaft und Politik – Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit (SWP), Berlin und einer der Autoren des BerichtsDr. Christine Merk stellvertretende Direktorin des Forschungszentrums Global Commons und Klimapolitik, Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW), und Begutachterin des BerichtsProf.

Doktor Jan Christoph Minx Leiter der Forschungsgruppe Angewandte Nachhaltigkeitsforschung, Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change gGmbH (MCC), Berlin und einer der Autoren des BerichtsDas SMC habe die Expertin und Experten am Ende des Press Briefings gefragt, um kurze Zusammenfassungen des Reports gebeten. Die Antworten stellen die wir Ihnen nachfolgend als Statements zur Verfügung.„CO2-Entnahmen seien eine Notwendigkeit.

Sie werden nicht vom Himmel fallen. Wir müssen uns darum kümmern.

Nur so können wir eben zu einer zirkulären Kreislaufwirtschaft für CO2 kommen. Und dahin müssen wir.

Die nächsten zehn Jahre seien entscheidend: Was wir bis dahin umsetzen können, entscheidet darüber, in welchem Umfang die Entnahmemethoden bis Mitte des Jahrhunderts skaliert werden können.“„Es geht bei CO2-Entnahmen nicht mehr um ein Entweder-Oder. Wir brauchen beides.

Aber Regierungen, insbesondere diejenigen, die Netto-Null-Ziele beschlossen haben, müssen klären und müssen öffentlich sagen: Wie viel CO2-Entnahme wollen sie machen? Welche Methoden? Wer wäre dafür verantwortlich? Und wer zahlt das? Das sollte der Anspruch sein an jedes Land, an jede Regierung oder auch an jedes Unternehmen, das sagt, wir wollen Netto-Null erreichen. Was sei der CO2-Entnahmeanteil daran? Wer darauf keine Antwort hat, dessen Netto-Null-Ziel könne man eigentlich nicht wirklich ernst nehmen.“„Alles, was heute über die Akzeptanz und Wahrnehmung von CDR-Methoden gesagt werden kann, sei erst einmal ein Schnappschuss dessen, was die Leute auf Zuruf fühlen, denken und für Assoziationen haben.

Daraus können wir sicher sagen – und das sei einer der wichtigen Punkte, dass es in der Zukunft um Vertrauen geht. Also: Vertraue ich darauf, dass diese Maßnahme tatsächlich langfristig CO2 der Atmosphäre entnimmt, und vertraue ich Akteuren, die sich damit beschäftigen? Das wiederum sendet an die Politik: Es sei wichtig, sich mit dem Monitoring und der Bestätigung und der Überprüfung der Entnahmen zu beschäftigen.

Die andere spannende Frage ist: Heute seien die meisten noch von den Methoden abgeschreckt und sagen: Okay, wir müssen viel mehr Emissionen senken. Aber könne in Zukunft dieses Label „klimaneutral" oder „CO2-neutral" dazu führen, dass wir uns freikaufen von der Schuld und es dann zu weniger Emissionsreduktionen führt?“Smith SM et al.

(2023): The state of Carbon Dioxide Removal. Webseite des Projektes..

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