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Gemeinderat passt Hirschengraben-Projekt an

2022-11-22 09:05:07
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Quelle: Stadt Bern

Der Gemeinderat hat im Zusammenhang mit dem Projekt «Zukunft Bahnhof Bern» eine Überarbeitung der städtischen Massnahmen am Hirschengraben beschlossen, wie die Stadt Bern ausführt.

Die Baumreihen sollen möglichst erhalten und der Aufgang der neuen Personenpassage solle verschmälert und zentriert werden. Mit der Anpassung werde neuen Gutachten bestmöglich Rechnung getragen.Der Bahnhof Bern sei einer der wichtigsten strategischen Verkehrsknoten der Schweiz.

Mit dem Projekt «Zukunft Bahnhof Bern» schaffen die SBB und der RBS Platz, damit der Bahnhof ab 2028 den wachsenden Passantenströmen gerecht wird. Aufgabe der Stadt Bern sei es, sicherzustellen, dass die Reisenden rasch und sicher zum neuen Bahnhof gelangen.

Dazu seien bauliche Massnahmen und Änderungen in der Verkehrsführung rund um den Bahnhof nötig.Herzstück der städtischen Bau- und Verkehrsmassnahmen sei der Bau einer Personenpassage vom neuen Bahnhofzugang Bubenberg direkt in den Hirschengraben. Der neue Bahnhofzugang werde künftig von ebenso vielen Menschen genutzt wie der heutige Haupteingang am Bahnhofplatz (Projektdetails vergleiche Kasten).Die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EKD) hatte sich im Jahr 2018 kritisch zur geplanten Umgestaltung des Hirschengrabens geäussert.

Darauf wurde das Projekt im Rahmen eines qualitätssichernden Verfahrens mit externen und internen Expertinnen und Experten stark überarbeitet. Das überarbeitete Projekt wurde von den Stimmberechtigten der Stadt Bern am 7. März 2021 mit dem Ja zum erforderlichen Ausführungskredit von 112,17 Millionen Franken genehmigt.Zwecks Vorbereitung des Bewilligungsverfahrens gelangte die Stadt Bern danach erneut an die EKD und bat sie um eine Stellungnahme zum überarbeiteten Projekt.

In der Stellungnahme vom September 2021 forderte die EKD zusätzliche Gutachten: ein Baumgutachten, ein archäologisches sowie ein gartendenkmalpflegerisches Gutachten.Diese Gutachten liegen mittlerweile vor (siehe Link am Ende der Mitteilung). Sie stehen in einem komplexen und teils widersprüchlichen Verhältnis – einerseits zueinander, andererseits zu den Stellungnahmen der EKD aus den Jahren 2018 und 2021 sowie zur Stellungnahme der Denkmalpflege der Stadt Bern.

Differenzen zwischen den verschiedenen Gutachten und Stellungahmen bestehen insbesondere bei der Beurteilung der Notwendigkeit des Erhalts der Bäume beziehungsweise der bestehenden Baumreihen, der Positionierung des Passagenaufgangs, des Standorts des Bubenbergdenkmals, des Belags im Mittelbereich des Hirschgrabens sowie des Umgangs mit dem archäologischen Erbe unter der Oberfläche.Nach einer sorgfältigen Interessenabwägung habe der Gemeinderat die Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün beauftragt, das Hirschengraben-Projekt im Sinne eines Kompromisses und in Zusammenarbeit mit den externen und internen Expertinnen und Experten anzupassen. Dies im Bewusstsein, dass die Interessengegensätze der Gutachten und Stellungahmen nicht vollständig aufgelöst werden können, diese aber so weit wie möglich zu harmonisieren sind.

Die wichtigsten Anpassungen, über welche der Gemeinderat auch die EKD informiert hat, sind:Die Erarbeitung und Auswertung der Gutachten sowie die nun anstehenden Arbeiten zur Anpassung des Auflageprojekts haben dazu geführt, dass die ursprünglich für Herbst 2022 geplante öffentliche Auflage erst im Mai 2023 erfolgen kann. Entsprechend werde sich der Baustart auf frühestens 2025 verschieben.Eine rechtzeitige Inbetriebnahme der wichtigsten Projektteile sei trotz dieser Verzögerung möglich.

Sollte es im Rahmen des Genehmigungsverfahrens zu Beschwerden kommen, die an höhere juristische Instanzen weitergezogen werden, seien weitere Verzögerungen nicht auszuschliessen.Der Bahnhof Bern platzt aus allen Nähten. Damit er seine Funktion als Verkehrsdrehscheibe weiterhin erfüllen kann, werde er im Rahmen des Projekts «Zukunft Bahnhof Bern» (ZBB) erweitert: Der RBS baut unterhalb der bestehenden SBB-Gleise einen neuen Bahnhof für längere Züge.

Die SBB erstellt eine zweite Personenunterführung mit neuen Bahnhofzugängen beim Bubenbergzentrum und bei der Länggasse. Die Bauarbeiten von RBS und SBB seien seit 2017 im Gang; die Inbetriebnahme der neuen Infrastruktur erfolgt etappenweise ab 2028.Das Erweiterungsprojekt habe Auswirkungen auf das Bahnhofumfeld: Damit die Fahrgäste rasch und sicher zum Bahnhof gelangen können, muss die Stadt Bern den Bereich vor dem neuen Zugang Bubenberg anpassen.

Dem Fussverkehr solle mehr Platz eingeräumt werden: Konkret sollen Fahrspuren abgebaut, Zirkulations- und Aufenthaltsflächen vergrössert und die Grünzeiten für Fussgänger*innen verlängert werden. Damit gleichzeitig auch der ÖV weiterhin flüssig zirkulieren kann, muss der motorisierte Individualverkehr auf der Achse Inselplatz-Bubenbergplatz-Bahnhofplatz-Bollwerk um rund 60 Prozent reduziert werden.

Die Stadt plant deshalb, das Verkehrsregime sowohl auf dem Bubenbergplatz als auch am Bollwerk/Henkerbrünnli anzupassen und gewisse Abbiegebeziehungen einzuschränken.Allein mit einer verbesserten Querungsmöglichkeit seien die zu erwartenden Passantenströme aber nicht zu bewältigen. Deshalb plant die Stadt Bern den Bau einer unterirdischen Personenpassage, welche den neuen Zugang Bubenberg mit dem Hirschengraben verbindet.

Weil der Aufgang dieser Passage just dort zu liegen kommt, wo heute das Bubenbergdenkmal steht, muss dieses in die Mitte des Hirschengrabenparks verschoben und die Platzgestaltung angepasst werden.Die Stimmberechtigten der Stadt Bern haben am 7. März 2021 den Ausführungskredit von 112,17 Millionen Franken für die städtischen Bau- und Verkehrsmassnahmen im Zusammenhang mit dem Projekt «Zukunft Bahnhof Bern» mit rund 58 Prozent Ja-Stimmen genehmigt. Die Stadt Bern könne allerdings mit namhafter Unterstützung von Bund und Kanton rechnen: Voraussichtlich werden gut 58 Millionen Franken in Form von Beiträgen von Bund und Kanton in die Stadtkasse zurückfliessen..

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