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4500 Jahre altes Grab bei Baarer Schulhaus entdeckt

  • 4500 Jahre altes Grab bei Baarer Schulhaus entdeckt
    4500 Jahre altes Grab bei Baarer Schulhaus entdeckt (Bild: Kanton Zug)
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    4500 Jahre altes Grab bei Baarer Schulhaus entdeckt (Bild: Kanton Zug)
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    4500 Jahre altes Grab bei Baarer Schulhaus entdeckt (Bild: Kanton Zug)
2022-09-19 12:05:15
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Quelle: Kanton Zug

Das unter den Steinplatten in einer einfachen Erdgrube liegende Skelett wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern sorgfältig freigelegt, wie der Kanton Zug berichtet.

Nach ersten Analysen handelt es sich um einen erwachsenen Mann, der im Alter zwischen 30 und 50 Jahren verstorben sein muss. Gemäss den damaligen Bräuchen wurde er mit angewinkelten Armen und Beinen und auf der rechten Körperseite liegend mit dem Gesicht gegen Süden beerdigt.

Hinter dem Rücken des Skeletts befand sich als Grabbeigabe ein becherförmiges Gefäss, das mit Abdrücken einer gezwirnten Schnur verziert ist. Dabei handelt es sich um eine typische Technik der so genannten «Schnurkeramik», einer Kulturerscheinung, die zwischen 2800 und 2400 v.

Chr. – also gegen Ende der Jungsteinzeit – über grosse Teile Europas verbreitet war.Im direkten Umfeld des Grabes fanden sich gitterförmig verlaufende Pflugspuren und eine langgezogene Struktur aus locker gesetzten grösseren Steinen, deren Bedeutung noch nicht vollständig geklärt ist.

Die Begleitung der weiteren Aushubarbeiten durch die Mitarbeiter der Kantonsarchäologie erbrachten keine weiteren archäologischen Zeugnisse im Umfeld des Grabes. Allerdings zeichneten sich im Bodenaufbau zahlreiche Spuren von fliessendem Wasser ab, was wiederum wenig überraschend war.

Denn das Fundareal liegt auf dem beziehungsweise im Baarer Lorze-Schwemmkegel. «Es sei nicht auszuschliessen, dass weitere Gräber durch die Lorze bereits in prähistorischer Zeit abgespült und so zerstört worden sind», so die Einschätzung von Jochen Reinhard, Projektleiter der Rettungsgrabung vom Amt für Denkmalpflege und Archäologie.Mit Ausnahme eines unvollständigen Skeletts vom Bibersee in Cham und einzelner Knochen und Zähne aus den verschiedenen Pfahlbaufundstellen im Kanton fehlten bislang menschliche Überreste aus der Jungsteinzeit: Das nun entdeckte Grab von der Sternmatt sei darum von besonderer Bedeutung.

Es handelt sich um die erste reguläre Bestattung dieser Zeit, die auf Kantonsgebiet geborgen und dokumentiert werden konnte. Generell seien in der Schweiz Gräber der Jungsteinzeit sehr selten.

Der Tote aus Baar sei der bislang südlichste und damit «alpennächste» Fundpunkt in der ganzen Deutschschweiz.«Ich freue mich, dass der Kantonsarchäologie ein solch spannender Fund gelungen sei und bin gespannt auf die Auswertung der Daten», so Karin Artho, Leiterin des Amtes für Denkmalpflege und Archäologie. Die anspruchsvollen archäologischen Arbeiten seien in Absprache mit der öffentlichen Bauleitung und den beteiligten Baufirmen erfolgt, so dass es zu keinerlei Verzögerungen im Bauablauf kam.Foto 1: Übersicht über den Bauperimeter für die Erweiterung des Schulhauses Sternmatt 1 in Baar.

Am Nordende der Baugrube, unterhalb des weissen Fahrzeugs, fand sich in rund zwei Metern Tiefe das jungsteinzeitliche, mit Steinplatten abgedeckte Grab. Foto: Jochen Reinhard (ADA)Foto 2: Das rund 4500 Jahre alte Grab nach dem Abbaggern der überdeckenden Erdschichten.

Die Steinplatten über der Grabgrube seien noch vorhanden, hinter dem Grab verläuft eine Reihe aus locker gesetzten Steinen. Blick gegen Südosten.

Foto: Jochen Reinhard (ADA)Foto 3: Unter den Steinplatten fand sich das Skelett eines erwachsenen Mannes, der mit angezogenen Beinen und auf der rechten Körperseite liegend in einer Grabgrube beerdigt war. An seinem Rücken, noch geschützt durch einen Sedimentblock, fand sich als Grabbeigabe ein becherartiges Gefäss.

Foto: Jochen Reinhard (ADA)Foto 4: Lara Indra, Mitarbeiterin am Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern, birgt die Knochen des jungsteinzeitlichen Skelettes. Das Institut unterstützt die Zuger Kantonsarchäologie bei der Dokumentation und Analyse des Fundes.

Foto: Jochen Reinhard (ADA)Foto 5: Das stark zerdrückte Gefäss wurde vor der Bergung zur Stabilisierung mit Gips befestigt. Die endgültige Freilegung werde im Labor erfolgen.

Eine im Zuger Kantonsspital durch Erdem Koyun angefertigte Computertomographie des Gefässes gibt hierfür wertvolle Hinweise. Foto: Jochen Reinhard (ADA).

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