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Bettagsmandat 2022

2022-09-14 08:05:07
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Quelle: Staatskanzlei des Kantons Graubünden

Die täglichen Schlagzeilen führen uns deutlich vor Augen, wie verletzlich unsere freie, demokratische Gesellschaft ist, wie die Staatskanzlei des Kantons Graubünden mitteilt.

Unsere gemeinsamen Werte wie Freiheit, Frieden und Demokratie seien nicht selbstverständlich. Fassungslos und machtlos müssen wir zuschauen, wie diese Werte im Osten Europas mit Füssen getreten werden.

Geprägt von der Idee, dass die Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen in Europa vorbei seien, müssen wir ernüchtert feststellen, dass in Europa wieder Panzer rollen, Schüsse fallen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen, Demokratie und Freiheit unterdrückt werden.Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag sei ein Tag, um inne zu halten, um aus dem Alltag herauszutreten. Es sei ein Tag, um sich über die religiösen und kulturellen Grenzen hinweg auf die gemeinsamen Werte unseres Landes zu verständigen.

Es sei ein Tag der Dankbarkeit. Dankbarkeit gegenüber unserem Land als einem gemeinsam erbauten und bewohnten Haus, auf dessen Fundament wir uns gemeinsam verständigt haben.Für ein friedliches Zusammenleben bedarf es gemeinsamer Werte, auf welche sich alle Mitglieder einer Gesellschaft einigen und berufen können.

Gemeinsame Werte entstehen durch Diskussion, Austausch, Verständnis und Kompromiss. Gemeinsame Werte benötigen jedoch auch eine breit abgestützte Legitimation in der Bevölkerung.Fundamentalistische Strömungen, Extremismus und Polarisierungen seien eine Bedrohung für unsere freie, demokratische Gesellschaft, welche durch unseren Rechtsstaat geschützt ist.

Hass, Lüge, Gier, Machtstreben und Eifersucht verunmöglichen das friedvolle Miteinander, führen zu Zerstörung, Vertreibung und unermesslichem menschlichen Leid.Seine besondere Bedeutung erhielt der gemeinsame Feiertag des Bettags in der Schweiz mit der Gründung des schweizerischen Bundesstaates im Jahr 1848, dem ein liberal-konservativer beziehungsweise teilweise reformiert-katholischer Bürgerkrieg (Sonderbundskrieg) vorangegangen war. Der Sonderbundskrieg war die letzte bewaffnete Auseinandersetzung auf Schweizer Boden.

Dem Bürgerkrieg ging ein rund 50-jähriges Seilziehen voraus. Hier träumte man von einem Zentralstaat mit liberaler Regierung, dort pries man die Selbstbestimmung der Kantone.

Hier fand man, Glaube sei Privatsache, dort erklärte man ihn zur öffentlichen Angelegenheit. Fundamentalistische und polarisierende Strömungen auf beiden Seiten führten letztlich zur Gewalt und zum Bürgerkrieg.

Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag sollte damit ein Tag sein, der in der politisch und konfessionell stark fragmentierten Schweiz von den Angehörigen aller Parteiungen und Konfessionen gefeiert werden konnte und kann. Er sei damit nicht allein konfessionell begründet, sondern vor allem auch staatspolitisch: Es sollte der Respekt vor dem politisch und konfessionell Andersdenkenden gefördert werden.Der Bettag erschöpft sich nicht in frommem Brauchtum, sondern habe viel tiefgründigere Bedeutung.

Er lädt uns ein, inne zu halten, zu hinterfragen, was jeder einzelne von uns für den Zusammenhalt der Gesellschaft tun kann. Er lädt uns ein, die Sichtweise der Andersdenkenden einzunehmen, um zu versuchen, diese zu verstehen.

Nach mehr als zwei Jahren Coronavirus sei es umso wichtiger, aufeinander zuzugehen und Brücken zu bauen. Tun wir das nicht, droht die gegenseitige Entfremdung.

Eine polarisierte Gesellschaft sei der Nährboden für Unverständnis, Hass und Feindseligkeit. In einer polarisierten Gesellschaft ersetzen Pöbelei und Gewalt den Austausch von Argumenten und den Diskurs.Die Ereignisse des 6. Januar 2021, als ein rechter Mob das Capitol in Washington, das Herz der amerikanischen Demokratie, stürmte, sollten für uns in Europa und in der Schweiz eine Mahnung sein.

Fünf Todesopfer und eine verstörte amerikanische Gesellschaft blieben zurück. Schon im 19. Jahrhundert schrieben Alexis de Tocqueville und Karl Marx unabhängig voneinander: Die Vereinigten Staaten von Amerika halten Europa, dem alten Kontinent, den Spiegel seiner Zukunft vor.

Haben beide Philosophen Recht, könnte die politische Polarisierung zum Kennzeichen der zwanziger Jahre des 21. Jahrhundert werden.Gewiss, im Unterschied zu den USA mit einem Zweiparteiensystem kennen wir in der Schweiz eine Politik des institutionalisierten Kompromisses. Alle relevanten Kräfte werden in der Politik in die Entscheidungsfindung eingebunden; dies sicherte und sichert einen gewissen sozialen Zusammenhalt.

Doch auch bei uns zeigt sich immer mehr eine Verhärtung des Diskurses und der Verlust von Empathie und Kompromissbereitschaft. Der gesunde und respektvolle Dialog und die für die Schweiz übliche Kompromissfindung scheinen zu leiden.

Die Diskussion als Basis unserer Demokratie werde immer öfter durch eine abgrenzende Freund-Feind-Logik ersetzt. Wie sich in einigen Europäischen Demokratien gezeigt hat, stellt dies der Übergang vom lebendigen Pluralismus zur verständnis- und kompromisslosen Polarisierung dar.Was sei zu tun, um die beginnende Dynamik bösartiger Polarisierung zu brechen? Um den Tendenzen der Polarisierung entgegenzutreten, braucht es einen respektvollen Austausch zwischen Menschen und Gruppen mit unterschiedlichen Meinungen.

Für den Diskurs, den Austausch, braucht es Dialogräume, in denen auch die grundlegenden Differenzen thematisiert werden können. Solche Dialogräume finden sich im Familien- und Freundeskreis, in der Dorfgemeinschaft, im Verein, am Arbeitsplatz, kurz überall dort, wo gesellschaftliche Aktivitäten stattfinden.

Dabei sei das Betonen des Gemeinsamen ebenso wichtig und sollte viel öfter im Vordergrund stehen als das Betonen des Trennenden.Die Diskussion der Probleme, ein besseres Verständnis der involvierten Meinungen und Gruppen und ein Dialog zwischen verschiedenen Lagern seien wichtige Elemente. Diese brauchen jedoch Zeit und hängen von einer Vielzahl externer Faktoren ab.

Demokratie braucht Zeit, Toleranz und Dissens. Wenn wir das begreifen, werden es die Polarisierung und ihre "Freunde" schwer haben.Zur Überwindung der Polarisierung müssen wir auch bei uns selber ansetzen.

Dazu müssen wir uns eigene Ängste und Vorurteile eingestehen, müssen uns Bemühen, diese zu erkennen und zu überwinden..

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