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Wissenschaft

Wie sollten die Gaspreise an die Haushalte weitergegeben werden?

2022-08-03 12:25:11
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Quelle: Science Media Center Deutschland

Mit einer Umlage von 1,5 bis 5 Cent [I] pro Kilowattstunde plant die Bundesregierung ab Oktober die gestiegenen Gaspreise teilweise an Haushalte und Unternehmen weiterzugeben [II], wie das Science Media Center Deutschland schreibt.

Gleichzeitig sollen mit verschiedenen Maßnahmen wie einem höheren Wohngeld und einem ausgeweiteten Miet-Kündigungsschutz Belastungen für Gasverbraucher abgefedert werden [III]. Die genaue Höhe der Umlage solle im August festgelegt werden und die gestiegenen Gaskosten der Gasimporteure decken.

Bisher waren die meisten Verbraucher und Verbraucherinnen wegen ihrer langfristigen Gasverträge vor den aktuellen Preissteigerungen geschützt. Gasimporteure wie Uniper, das durch eine staatliche Finanzspritze gerettet werden muss, blieben zunächst auf den Kosten sitzen.Zwar werde dieses Problem durch die Umlage adressiert.

Jedoch sei der Gaspreis für Neukunden in diesem Jahr um einen höheren Betrag als 1,5 bis 5 Cent gestiegen [IV]. Zudem greift die Umlage erst im Herbst.

Wir haben daher Expertinnen und Experten aus der Energieökonomik gefragt, ob die Umlage nicht höher ausfallen müsste und ob sie zu spät kommt. Außerdem wollten wir wissen, wie wichtig das Preissignal für zusätzliche Gaseinsparungen sei und welche politischen Maßnahmen die Belastungen für Verbraucher zeitnah abfedern könnten.„Die Umlage geht grundsätzlich in die richtige Richtung.

Wir benötigen die Preissignale, um Gas einzusparen. So schnell wie möglich.

Das Gassparen sei das Gebot der Stunde. Wichtig wäre, dass die Preissignale so schnell wie möglich bei den Kunden ankommen.

Neben Preissignalen seien aber ebenso Maßnahmen zur Förderung des Gassparens wichtig, beispielsweise Prämien für Haushalte, wenn sie Gas einsparen. Richtig seien auch die geplanten Auktionen, bei denen Unternehmen sich bewerben, um Gas einzusparen, und dann entschädigt zu werden.

Das sei genau der richtige Schritt. Diese Auktionen sollten möglichst sofort kommen.“„Das Sparen sei das Gebot der Stunde, deswegen seien Preissignale durchaus sinnvoll.

Einkommensschwachen Haushalten sollte man zielgerichtet helfen, damit sie ihre Gasheizungs-Rechnung bezahlen können. So oder so sei es bitter, wir zahlen den Preis der verschleppten Energiewende.

Wir hätten uns nicht zu sehr auf fossiles Erdgas verlassen dürfen, schon gar nicht auf die Lieferungen aus Russland. Es sei unglaublich bitter, dass wir diese hohen Preise nun bezahlen müssen.

Es sei der Preis der verschleppten Energiewende und der Preis des russischen Kriegs.“„Ich halte einen Gaspreis-Deckel für falsch, da wir Marktsignale benötigen, um Gas einzusparen. Wir sollten Kosten deckeln, nicht Preise.

Die Kosten können nur gesenkt werden, wenn der Verbrauch sinkt, zudem muss man auf der Einkommensseite helfen. Dies bedeutet: zielgerichtet den Menschen bei der Begleichung der Rechnung zu helfen.

Die bestehenden Gaspreise seien ein Marktsignal, um Gas einzusparen. Deswegen sei es wichtig, dass man diese auch an die Kunden weitergibt.

Ein Gaspreis-Deckel könne auch zu Versorgungsengpässen führen, weil dann zu viel Gas nachgefragt wird, wir aber eigentlich Gas sparen müssten. Es droht so eine Angebotsunterdeckung und eine ernste Gaskrise.“„Bei der Umlage stellen sich zwei Fragen: Zum einen: Welche gesellschaftliche Gruppe solle die Rettung von Uniper bezahlen? Wenn dies eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei – weil Uniper systemrelevant sei – sollte auch die ganze Gesellschaft diese finanzieren und nicht nur die Gasverbraucher.

Dann wäre eine Steuerfinanzierung angemessen. Andererseits haben die Gasverbraucher die letzten Jahre und Jahrzehnte von günstigem russischem Gas profitiert, so dass einiges dafür spricht, dass nun Gasverbraucher die Scherben aufkehren sollten, die der russische Gaslieferstopp verursacht.

Das spricht für eine Umlage auf den Gasverbrauch, so wie beschlossen.“„Es gibt aber noch einen anderen Aspekt: Wenn die Gasumlage das Gas so weit verteuert, dass es teurer werde als Strom, dann werden Menschen anfangen, mit Strom zu heizen, um Geld zu sparen – mit Elektroradiatoren, zur Not aber auch mit dem Backofen. Dann würde das Stromnetz sehr schnell vor Überlastung zusammenbrechen.

Aus der Gaskrise würde dann schnell eine waschechte Stromkrise. Das müssen wir unter allen Umständen verhindern.

Deswegen müssen wir neben dem Gaspreis auch immer den Strompreis im Auge behalten.“„Wir müssen die Menschen in der Energiekrise entlasten. Und zwar vor allem diejenigen, die mit Gas heizen.

Eine Subvention von Benzin oder eine Erhöhung der Pendlerpauschale hilft den wirklich Betroffenen nicht und geht zudem in die falsche Richtung, weil der Energieverbrauch angeheizt wird. Auch die Entlastung der Gasverbraucher darf nicht dazu führen, dass die Menschen mehr Gas verbrennen.

Deswegen sei eine Direktzahlung sehr viel sinnvoller als eine Senkung des Gaspreises. Ein höheres Wohngeld sei aus meiner Sicht nicht ausreichend, weil es ja nur Wohngeldempfänger bekommen.“„Grundsätzlich solle die Gasumlage nicht zum Energiesparen anregen, sondern sei dazu da, die Uniper-Rettung zu finanzieren.

Reichen die Einnahmen dafür, sei die Umlage nicht zu gering.“Prof. Doktor Claudia Kemfert: Keine Angaben erhalten.Prof.

Doktor Lion Hirth: Ich berate das Bundeswirtschaftsministerium in verschiedenen Vorhaben, darunter zum EU-Strommarktdesign. Eine Liste anderer Auftraggeber finden Sie hier.[III] Bundesfinanzministerium (22.07.2022): „Bundesregierung verständigt sich auf finanzielle Unterstützung für Uniper und kündigt weitere Entlastungen an“.

Pressemitteilung.[IV] Bauer et al. (29.07.2022): „Die wichtigsten Daten zur Energieversorgung – täglich aktualisiert“.

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