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236 Arbeitsbewilligungen für Geflüchtete aus der Ukraine erteilt

2022-07-21 08:05:06
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Quelle: Kanton Thurgau

Am 20. Juli 2022 verschickte das Thurgauer Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) die 236. Arbeitsbewilligung für Personen im Schutzstatus S, wie der Kanton Thurgau meldet.

In Bezug auf die Bevölkerungszahl schwingt die Anzahl ausgestellter Arbeitsbewilligungen für ukrainische Geflüchtete schweizweit obenaus. Was macht man im Thurgau anders bezüglich Arbeitsintegration?«Es seien mehrere Faktoren, die verantwortlich seien für die Integration der ukrainischen Geflüchteten in den Arbeitsmarkt,» sei AWA-Amtsleiter Daniel Wessner überzeugt.

Als Erstes erwähnt er die Thurgauer Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die voller Zuversicht Verantwortung übernehmen und bereit sind, ukrainischen Geflüchteten eine Chance zu bieten.Im Weiteren sei er beeindruckt von der hohen Motivation der Menschen aus der Ukraine, sich in der Schweiz zu integrieren und eine Arbeitsstelle zu finden - trotz der schwierigen persönlichen Umstände. Aufgrund der meistens mangelnden Deutschkenntnisse nehmen laut Wessner selbst sehr gut ausgebildete Personen Stellen an, für die sie an und für sich überqualifiziert sind.

Die schnelle Integration im Arbeitsprozess hilft ihnen aber, sowohl die Sprachkompetenz zu verbessern als auch soziale Kontakte zu pflegen. Das Migrationsamt Thurgau unterstützt Geflüchtete mit Status S und bezahlt beispielsweise den Deutschunterricht.Am 20. Juli 2022 verzeichnete das RAV Thurgau 87 angemeldete Personen mit Status S, die eine Arbeitsstelle suchen; vor einem Monat waren es sogar 107. Die Geflüchteten aus der Ukraine erhalten kein Arbeitslosengeld, doch sie haben Anrecht auf eine individuelle Beratung.

RAV-Leiter Heinz Erb erklärt, dass man diese Aufgabe im RAV Thurgau sehr ernst nehme. «Wir beraten jede stellensuchende Person individuell.

Die RAV-Beraterinnen und -berater klären die beruflichen Kompetenzen der ukrainischen Stellensuchenden ab und unterstützen diese bei der Stellensuche.» Bisher konnten 17 Vermittlungen durch das RAV erzielt werden. Weitere Vermittlungen ergeben sich über persönliche Kontakte und Netzwerke.Dass die Kommunikation zwischen den Geflüchteten und den RAV-Beraterinnen und -Beratern sprachlich nicht immer einfach ist, bestätigt Erb.

«Wir weisen schon im Vorfeld darauf hin, dass diejenigen, die absolut keine Deutsch- oder Englischkenntnisse haben, eine übersetzende Person mitbringen sollen zum Beratungsgespräch. Ansonsten behelfen wir uns mit Hilfsmitteln wie zum Beispiel Google-Translate.» Nebst den fehlenden Deutschkenntnissen werde das RAV-Team manchmal mit dem Umstand konfrontiert, dass sich die Stellensuchenden nach der Anmeldung nicht mehr melden – sei es aufgrund von veränderten persönlichen Situationen oder allenfalls der Rückkehr in die Heimat.Geschätzt werde von den Ukrainerinnen und Ukrainern, dass Informationen und Merkblätter auf der Webseite des AWA Thurgau oder beim RAV auch ukrainisch zur Verfügung stehen.

Welche Informationen für die betreffenden Menschen relevant sind, erfuhren Wessner und die RAV-Mitarbeitenden in persönlichen Gesprächen mit ukrainischen Geflüchteten sowie Flüchtlings-Organisationen. Gross sei vor allem der Informationsbedarf in Bezug auf den Arbeitsmarkt.

Deshalb erarbeitete das AWA Thurgau ein entsprechendes Infoblatt in ukrainischer Sprache. «All diese Punkte seien wohl mitverantwortlich, dass die Arbeitsintegration im Thurgau recht gut funktioniert,» fasst Wessner zusammen.

Dennoch sei für ihn klar: «Die soziale und wirtschaftliche Integration von Flüchtlingen sei und bleibt eine Herausforderung.»  .

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