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Bauherren und Denkmalpflege erhalten Zeitzeugen von 1509

Bauherren und Denkmalpflege erhalten Zeitzeugen von 1509
Bauherren und Denkmalpflege erhalten Zeitzeugen von 1509 (Bild: Kanton Thurgau)

2022-07-18 15:05:05
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Quelle: Kanton Thurgau

Der jahrhundertealte Speicher in Hub, Frauenfeld, gehört zu den wenigen landwirtschaftlichen Zweckbauten, dessen ursprüngliche Bauform noch weitgehend und bis in die konstruktiven Details erhalten geblieben ist, wie der Kanton Thurgau meldet.

Mit den Eigentümern und in Zusammenarbeit mit dem städtischen Hochbauamt erarbeitet die kantonale Denkmalpflege Lösungen, um diesen seltenen Zeitzeugen zu erhalten.Leicht abgesetzt vom Gehöft steht der eindrückliche Holzbau im abgelegenen Weiler Hub in Frauenfeld. Die Erbauer wollten das so vor über 500 Jahren: Speicher dienten ursprünglich dazu, das in harter Arbeit eingebrachte Korn und Saatgut trocken, vor Bodenfeuchte und vor Schädlingen geschützt zu lagern.

Diese Bedürfnisse bestimmten ihre Lage im Gehöft und ihre Bauweise. Einen «Charakterkopf» des Weilers nennt Christa Thorner, eine der vier Eigentümerinnen und Eigentümer, den Kornspeicher. Ihren Ehemann als gelernten Zimmermann interessieren vor allem die alten Holzverbindungen.

Die Besitzerfamilien Thorner und Dreher seien stolz auf den markanten Bau, der sich seit 1977 in ihrem Eigentum befindet. Von Anfang war klar, dass er der Nachwelt erhalten werden sollte.  Der Speicher in der Hub sei ein überlieferungsgeschichtlicher Glücksfall.

Immer wurde er als Ort zum Aufbewahren und Verstauen genutzt, nie umgenutzt. Die Hölzer des Holzbaus wurden im Herbst/Winter 1508/09 und 1510/11 geschlagen.

Als sogenannter Geschossbau sei der Speicher begehbar – im Gegensatz zu einem Silo –, was die Kontrolle über den Zustand des Lagerguts erleichtert und das regelmässige Umschichten und Reinigen des locker aufgeschütteten Getreides ermöglicht. An den Wänden zeugen bis heute Notizen aus früheren Jahrhunderten von Mengenangaben und eingelagertem Gut.Die Besitzerfamilien seien erleichtert, dass die Restaurierung angegangen wird.

Seit etwa einem Jahr arbeiten die kantonale Denkmalpflege, das Hochbaumt der Stadt Frauenfeld, die Eigentümerschaft und Architekt Gabriel Müller Hand in Hand an – im wahrsten Sinn – tragfähigen Lösungen: «Ziel der denkmalpflegerischen Massnahmen sei es, den Zeitzeugen als das zu erhalten, wofür er ursprünglich gedacht und erbaut worden war», sagte der kantonale Denkmalpfleger Giovanni Menghini an einem Medienanlass. Es geht um die Sicherung der Grundsubstanz und den Erhalt des Gebäudes für die nächste Generation.

An die Restaurierungskosten zahlt allen voran die kantonale Denkmalpflege einen namhaften Beitrag, ebenso Stadt und Bund. Es gehe weder darum, Fehler früherer Eingriffe rückgängig zu machen, noch um die Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Speichers, sondern den Speicher mit Respekt vor der 500-jährigen Geschichte mit traditionellem handwerklichen Know-how zu erhalten, präzisierte Martin Langer, der zuständige Bauberater der Denkmalpflege. Auch der angebaute Schopf werde in die Sanierung einbezogen, die von September bis Ende Jahr dauern soll.Mittlerweile gehört das Gebäude kantonsweit zu den seltenen Bautypen.

Ein solcher Speicher aus dem 16. Jahrhundert, der sich dermassen gut ablesbar in seiner Originalität erhalten hat, und noch immer als Speicher genutzt werden kann, sei eine Rarität in der Kulturlandschaft des Thurgaus.Das Baudenkmal sensibilisiert auch für weitere, durch mangelnden Unterhalt, Nichtbeachtung oder Bauprojekte gefährdete Objekte. Das vorliegende Projekt sei ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit von privaten Bauherren, öffentlicher Hand und Handwerkern.

Die kantonale Denkmalpflege unterstützt dabei substanziell in Form von Subventionen und fachlicher Begleitung. Das erhöht die Chancen für den Erhalt weiterer Objekte dieser Art, die auch im Zusammenhang mit ihrer Umgebung als Zeuge früherer Wirtschafts-, Gesellschafts- und Organisationsformen gelten. Der Speicher in der Hub solle einer öffentlichen Nutzung zugänglich gemacht werden, etwa für die Vermittlung in Berufslehre und Schule oder als Quartiertreffpunkt.

Die Restaurierung könne auch zu weiteren Forschungen anregen, nicht nur in Bezug auf die historische Einordnung des Objekts, sondern auch auf die gesamte «Speichertopografie» des Kantons. .

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