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Gurtenfestival 2022: Die Bilanz der Veranstalter

Twerken: Das wird wohl die Kolletktiv-Erinnerung sein an das Gurtenfestival 2022.
Twerken: Das wird wohl die Kolletktiv-Erinnerung sein an das Gurtenfestival 2022. (Bild: Beat Rüdt)

2022-07-17 18:16:21
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Die 39. Ausgabe des Festivals ging gestern Abend fulminant zu Ende.

75 000 kumulierte BesucherInnen - knapp 44 000 verschiedene Menschen (unique visitors) - belebten den Hausberg und kamen während vier Tagen in den Genuss von Sonnenschein sowie einem wahren Fest voller Musik, Freude und Party. Die Rückkehr des Gurtenfestivals nach 2 Ausfallsjahren kann nicht anders als fantastisch bezeichnet werden, auch wenn ein solch generisches Adjektiv unangebracht erscheint., wie der Veranstalter meldet.

Mit prächtigem Wetter, durchgehend sehr gut besuchten Konzerten, einer Stimmung, die nicht anders als ein freudig bis euphorisch friedliches Miteinander bezeichnet werden kann und diversen musikalischen Höhepunkten geht die Ausgabe 2022 definitiv in die Gurtenfestival Geschichtsbücher ein.

Die Wichtigkeit, der in den vergangenen Wochen medial oft thematisierten Diversität im Programm, wurde auf Platz nur bestätigt – die Zusammenstellung der Menschen auf und vor den Bühnen und die Abwechslung und Breite des musikalischen Programms sorgten für eine ausserordentlich schöne, freudige und euphorische Stimmung auf dem Gelände. Acts wie Erykha Badu, Megan Thee Stallion, Seeed, Little Simz, Balthazar, Anitta und The Chemical Brothers hinterliessen einen bleibenden Eindruck in Bern und beieinander. Nicht selten waren Künstler*innen vor und nach ihren Konzerten im Publikum ihrer Kolleg*innen anzutreffen. So u.a. Arlo Parks und Kokoroko bei Erykah Badu. Die Aufmerksamkeit und das Eingehen auf die jeweiligen Konzerte des Publikums stachen hervor: Im einen Moment eine berstend volle Zeltbühne, der totale Abriss mit Skepta – im nächsten stimmungsvolle Hingabe und Andacht bei Erykah Badu.

Nicht zu vergessen, der Moment am Donnerstagabend, als das Gurtenfestival weltweite (Kultur)-Geschichte schrieb und viral ging: Als Erykah Badu bei Megan Thee Stallion die Bühne erklomm, ihre Twerk-Künste zum Besten gab und in den Worten von Megan «real mf texas shit, real mf hot girl shit» lieferte: https://www.instagram.com/reel/CgA7OuroQmd/?igshid=YmMyMTA2M2Y%3D Von Daily Mail über Complex und The Fader – alle berichteten sie über diesen Gurtenfestival-Moment!

Es wäre nicht Güsche, wenn nicht auch mehrere Bärn-Höhepunkte gesetzt worden wären! Jeans for Jesus brachten die Waldbühne zum Brennen, Chlyklass räumten die Hauptbühne ab, Sophie Hunger & Bonaparte verzauberten die Zeltbühne – und die Liste geht noch lange weiter… Es spielten total 64 Bands auf den 4 Bühnen, wovon rund 50% Schweizer Bands waren, die Frauen-Quote betrug ebenfalls 50%.

Das sorgfältig kuratierte DJ Line-up mit total 74 Acts der drei Dancetents Soundgarden (mit einem neuen Bau, der das Ostsignal in einen veritablen Club verwandelte), Supermercado und Cosmodrome sorgte für fast durchgehend volle Tanzflächen bereits nachmittags bis 5 Uhr früh. Eine Überraschung gab es am Freitag, als um 21.15 Uhr «Baobab Forever» im Soundgarden auf dem Programm stand – hinter dem Namen versteckte sich kein geringerer als Nativ, der das volle Dancetent zum Beben brachte als gäbe es kein Morgen mehr.

Auch die warmen Temperaturen vermochten dem Lauf keinen Abbruch zu tun. Die Anzahl behandelter Menschen sowie Fälle in der Sanität befanden sich im normalen Rahmen; es gab keine aussergewöhnlichen oder nennenswerte Zwischenfälle zu vermelden. Seitens Sicherheit und Behörden waren es sogar schon fast vier auffällig ruhige, friedliche Tage. Die kurzfristig ergriffeneren Hitze-Massnahmen zahlten sich aus: Die frühzeitige Aufstockung der Getränke-Reserven sowie die zusätzlichen Sonnenschirme und Wasserausgabe im Tal beim Anstehen.

Das neue Foodkonzept bewährte sich. Die auch optisch aufgewerteten Essensbereiche und -stände erfreuten sich einer Vielzahl an Besucher*innen, das abwechslungsreiche und vielfältige Angebot bekam viel positive Resonanz. Der erste festivaleigene, rein vegane Foodstand in Zusammenarbeit mit Outlawz, der good mood food Stand belebte das Publikum nicht nur mit dem farbenfrohen Auftritt und einem kleinen Wassersprüher, sondern auch mit einer breiten Auswahl an leckeren, frischen Festival-Klassikern.

Die nachmittäglichen Beatmaking Workshops von Helvetiarockt im Soundgarden erfreuten sich grossem Zulauf und Interesse. Der neu konzipierte Festival Store mit diversen Merch Artikeln, inklusive Upcycling Produkten von Rework und Bazaar, war viel besucht – eine Auswahl der handgemachten Produkte aus Bern sind ab Ende Juli wieder im Webshop des Festivals erhältlich.

Der VIP Bereich erstrahlte in neuem Glanz. Er wurde, auch aufgrund der neu dort angesiedelten Sternwarte, von der Bernerin Annabelle Schneider komplett neu gestaltet und lud mit unterschiedlichen Bereichen zum Verweilen ein.

Die Konzerte am Samstagabend wurden bis zum allerletzten Ton von abertausenden Menschen verfolgt. Auf der Hauptbühne lieferten The Chemicals Brothers ein Spektakel sondergleichen, auf der Zeltbühne ertönte von Shouse mit «Love Tonight» der perfekte Abschluss-Soundtrack und auf der Waldbühne sorgten Prix Garanti für Furore und setzten einen wilden Bärner Schlusspunkt.

Die nächste Ausgabe des Gurtenfestivals findet vom 12. bis 15. Juli 2023 statt, an welcher das 40 Jahre Jubiläum des Festivals gefeiert werden wird!

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