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Stadtrat befindet über Nachkredit für Abwassersystem

2021-12-03 18:05:15
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Quelle: Stadt Thun

2018 und 2019 musste die Stadt Thun das Abwassersystem im Gebiet Berntorplatz und Grabenstrasse komplett erneuern, wie die Stadt Thun berichtet.

Ausstehend sei die Sanierung der Kanalisation in der Steffisburgstrasse. Aufgrund diverser Einflussfaktoren kostet das Projekt mehr als ursprünglich budgetiert.

Der Gemeinderat unterbreitet dem Stadtrat deshalb einen Nachkredit.Der Bypass Thun Nord war in den letzten Jahren Katalysator und Taktgeber für zahlreiche Investitionen in Infrastrukturanlagen. Der Terminplan für den Bypass wurde angepasst und erfreulicherweise verkürzt, so dass er bereits Ende 2017– rund zwei Jahre früher – eröffnet werden konnte.

Dies hatte zur Folge, dass die Stadt Thun früher gefordert war. Denn vor der Realisierung des Berntorkreisels durch den Kanton im Jahr 2019, sollten die Tiefbauarbeiten für die neuen Abwasser- und Werkleitungen abgeschlossen sein.

Unter grossem Zeitdruck erarbeitete die Stadt daher das Projekt zur Optimierung und Sanierung des Abwassersystems im Bereich Steffisburgstrasse, Berntorplatz und Grabenstrasse sowie zur Vervollständigung des Trennsystems mit einer neuen Regenwasserleitung bis zur Aare (vgl. Zweittext).

Im Dezember 2017 bewilligte der Stadtrat den Kredit von 3,35 Millionen Franken. Im Frühjahr 2018 starteten die Bauarbeiten.

Bald darauf flammte die Diskussion bezüglich starker Umsatzeinbussen der Gewerbebetriebe in der unteren Altstadt auf. Ein im April 2018 eingereichter Vorstoss im Stadtrat forderte unter anderem, die Bauzeit zu verkürzen.

Daraufhin passte die Stadt das Projekt und die Abläufe an und führte Nachverhandlungen mit dem Bauunternehmer. Dies hatte kostenrelevante Änderungen des Werkvertrages zur Folge und führte zu damals bereits angekündigten Mehrkosten.

Hinzu kamen weitere Faktoren, wie ausserordentlich grosse archäologische Funde und unerwartete geologische Verhältnisse. Insgesamt belaufen sich die Mehrkosten im Bereich Berntorplatz und Grabenstrasse auf 1,46 Millionen Franken.

Die Sanierung des Abschnitts Steffisburgstrasse steht noch aus und solle abgestimmt auf das Strassenprojekt des Kantons frühestens ab 2023 realisiert werden. Gestützt auf die Erfahrungen beim Berntorplatz und der Grabenstrasse habe die Stadt Thun dieses Kanalisationsprojekt überarbeitet und optimiert.

Bautechnische und verkehrstechnische Schwachstellen wurden ausgemerzt. Das Projekt wurde justiert, so dass der Verkehr während der Arbeiten einspurig in Richtung Stadt weitergeführt werden kann.

Mit der Projektoptimierung können nun alle Leitungen im Abschnitt ersetzt werden. Dies generiert zwar kurzfristig Mehrkosten, längerfristig aber einen Mehrwert für das Abwassersystem, da diese Investitionen für die kommenden 80 Jahren wirken.

Mit dem Trennsystem werde auch dem Gewässerschutzgesetz Rechnung getragen. Für den Abschnitt Steffisburgstrasse belaufe sich der Nachkredit auf 1,33 Millionen Franken.

Insgesamt beantragt der Gemeinderat dem Stadtrat einen Nachkredit von 2,79 Millionen Franken. Das Parlament befindet am 17. Dezember über das Geschäft.

Die Nachkredite werden der Spezialfinanzierung Abwasser belastet und seien damit gebührenfinanziert. Der Berntorplatz bildet für die sternförmig darum verteilten Einzugsgebiete einen zentralen Entwässerungsknotenpunkt.

Das Gebiet wurde bis zur Sanierung im Mischwassersystem entwässert, das heisst Regenwasser und häusliches, gewerbliches und industrielles Schmutzabwasser fliessen durch dieselbe Leitung. Auch das bereits im Trennsystem entwässernde Gebiet Hübeli mündete in diese Mischwasserleitungen.

Die ältesten Kanalisationsleitungen stamm(t)en aus den Jahren um 1900 und hatten ihre maximale Lebensdauer (ca. 80 Jahre) schon länger überschritten.

Über die Jahrzehnte hinweg habe sich das ständig wachsende Abwassernetz im Bereich Berntorplatz in eine komplizierte strickmusterähnliche Linienführung von Leitungen, zum Teil doppelt geführt, entwickelt. Auch führen die zu kleinen Leitungen in der Steffisburgstrasse bei Starkregenereignissen immer wieder zu unliebsamen Rückstaus in die Untergeschosse der angrenzenden privaten Liegenschaften.

Postfach 1453602 ThunTel. + 41 33 225 88 11infotest@thun.ch .

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