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Wirtschaft

Health at a Glance Europe 2022 zeigt die Folgen der Coronapandemie für Gesundheit und Gesundheitsversorgung

2022-12-05 14:20:15
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Quelle: OECD

Über 1,1 Millionen Corona-Todesfälle wurden bis Ende Oktober 2022 in den 27 EU-Ländern gemeldet, wie die OECD schreibt.

Infolge der Pandemie sei die Lebenserwartung im EU-Raum in 2021 um mehr als ein Jahr im Vergleich zum Stand vor der Krise gesunken. Das sei für die meisten Länder der höchste Rückgang seit dem Zweiten Weltkrieg.

Wie sehr die Pandemie darüber hinaus Einfluss auf das Leben und die Gesundheit der Menschen sowie auf das Funktionieren der Gesundheitssysteme genommen hat, das zeigen Daten der heute erschienenen OECD-Studie Health at a Glance: Europe 2022 für die EU-Länder und neun weitere Länder.Die Pandemie habe überall die Gesundheitssysteme strapaziert. Die Versorgung war in Deutschland, Österreich und der Schweiz jedoch weit weniger eingeschränkt als in anderen Teilen Europas.

In allen drei Ländern gab es vor der Pandemie überdurchschnitttlich viel Personal und in Deutschland und Österreich außerdem überdurchschnittlich hohe Krankenhauskapazitäten, was der Versorgung in der Pandemie zugute kam. Dadurch nahm etwa die Zahl der Hüftoperationen im ersten Jahr der Pandemie in der Schweiz nur um zwei Prozent ab, in Deutschland um sieben Prozent und in Österreich um zehn Prozent, während sie im Schnitt der EU-Länder um 14 Prozent zurückging.

Die Zahl der Knieoperationen ging in der Schweiz um einen Prozent, in Deutschland um elf Prozent und in Österreich um 21 Prozent zurück, im EU-Durchschnitt jedoch um 24 Prozent.Die Pandemie habe die Gesundheitsausgaben 2020 und 2021 in fast allen EU-Ländern in die Höhe getrieben, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 2020 stiegen die Gesundheitsausgaben pro Kopf in Deutschland real um fast fünf Prozent – die höchste Wachstumsrate der letzten zehn Jahre.

In 2021 stiegen die Gesundheitsausgaben vorläufigen Daten zufolge um knapp drei Prozent. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP stieg in Deutschland durch das Zusammenwirken von starkem Wachstum der Gesundheitsausgaben und einem Rückgang des BIP deutlich von 11,7 Prozent im Jahr 2019 auf 12,8 Prozent im Jahr 2020. Dies war der höchste Anteil der Gesundheitsausgaben unter den EU-Ländern.

Dieser Anteil blieb auch im Jahr 2021 bei 12,8 Prozent, als sich das Wachstum der Gesundheitsausgaben verlangsamte und das BIP-Wachstum wieder einsetzte.In Österreich stiegen die Gesundheitsausgaben pro Kopf in 2020 real um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, und in 2021 um 10,1 Prozent. Gemessen am BIP stieg der Anteil der Gesundheitsausgaben von 10,5 Prozent in 2019 auf 11,5 Prozent in 2020 und 12,2 Prozent in 2021.In der Schweiz erhöhten sich die Gesundheitsausgaben pro Kopf in 2020 real um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Anteilig am BIP erhöhten sich die Gesundheitsausgaben von 11,3 Prozent in 2019 auf 11,8 Prozent in 2020. Für 2021 liegen keine Daten vor.  Neben den Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit, habe die Pandemie erhebliche Folgen für die psychische Gesundheit vieler Menschen gehabt. Insbesondere unter jungen Menschen lässt sich eine deutliche Zunahme psychischer Belastungen beobachten.

In mehreren europäischen Ländern, darunter Belgien, Estland, Frankreich, Schweden und Norwegen, verdoppelte sich bis Frühjahr/Sommer 2021 der Anteil junger Menschen, die von Symptomen einer Depression berichteten im Vergleich zum Zeitpunkt vor der Pandemie. Die Nachfrage nach psychosozialer Unterstützung stieg so stark – bei gleichzeitigen pandemiebedingten Versorgungsunterbrechungen – dass die psychosozialen Dienste an ihre Grenzen stießen.

Unter den jüngeren Befragten, die nach eigener Aussage Bedarf an psychosozialer Versorgung hatten, berichtete im Frühjahr 2021 sowie erneut im Frühjahr 2022 fast die Hälfte, dass dieser Bedarf nicht gedeckt werden konnte.In Deutschland stieg der Anteil der Kinder und Jugendlichen im Alter von 11 bis 17 Jahren mit Angstsymptomen von 15 Prozent vor der Pandemie auf 30 Prozent im Dezember 2020/Januar 2021. Für Österreich zeigen die Daten, dass bei 41 Prozent der 18-24-Jährigen während der Pandemie Symptome einer Depression auftraten – weit mehr als in der Gruppe der Erwachsenen insgesamt (24 Prozent). Mit Blick auf betroffene junge Erwachsene zwischen 18 und 29 zeigte sich, dass diejenigen, die in finanziell schwierigen Verhältnissen lebten, in der Pandemie wesentlich häufiger drohten, eine Depression zu erleiden als Personen aus Haushalten ohne finanzielle Schwierigkeiten (in Deutschland 75 Prozent gegenüber 56 Prozent, in Österreich 66 Prozent gegenüber 46 Prozent; für die Schweiz liegen diese Daten nicht vor).

Dieses Gefälle, das sich auch in anderen EU-Ländern zeigt, verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Einkommen, Ungleichheit und psychischer Gesundheit.Die Kombination aus verringerter körperlicher Aktivität und schlechterer Ernährung während der Pandemie habe – zumindest vorübergehend – dazu geführt, dass unter den Kindern und Jugendlichen die Übergewichts- und Adipositasraten anstiegen. Es wurden mehr Kinder und Jugendliche übergewichtig und diejenigen, die es bereits waren, nahmen weiter an Gewicht zu.

So stieg in Deutschland die Prävalenz der Fettleibigkeit in den ersten drei Monaten der Pandemie bei den Sechs- bis Zwölfjährigen von 13,2 Prozent auf 14,6 Prozent und bei den Zwölf- bis 18-Jährigen von 18,5 Prozent auf 18,9 Prozent. In Österreich stieg der Anteil der übergewichtigen oder fettleibigen Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren von 20,7 Prozent im September 2019 auf 26,2 Prozent im März 2021.Insgesamt habe die Pandemie ein deutliches Licht auf die Schwachstellen in den europäischen Gesundheitssystemen geworfen, die vielerorts seit Jahren unterfinanziert waren.

Das gilt für Deutschland, Österreich und die Schweiz allerdings weniger als für viele andere Länder. Um die europäischen Gesundheitssysteme für künftige Krisen besser zu wappnen, sollte insbesondere in das Gesundheitspersonal, die Digitalisierung des Gesundheitswesens sowie in die Stärkung von Präventionsleistungen investiert werden. Allerdings sollten diese gezielten Ausgabensteigerungen auch mit Maßnahmen zur Verringerung der Ausgabenverschwendung kombiniert werden, um sicherzustellen, dass die Gesundheitssysteme mittel- bis langfristig fiskalisch nachhaltig sind.Die OECD sei ein globales Forum, das mit über 100 Ländern zusammenarbeitet.

Sie tritt ein für eine Politik, die die individuellen Freiheiten wahrt und das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen der Menschen weltweit fördert..

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