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Inland

175 Jahre Eisenbahn in der Schweiz

2022-08-09 19:15:34
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Quelle: Generalsekretariat UVEK

Als Kind habe ich meine Ferien oft bei meinen Verwandten im Tessin verbracht, wie das Generalsekretariat UVEK mitteilt.

Die Erinnerungen daran seien eng verbunden mit der Zugfahrt, die uns aus dem Aargau nach Bellinzona brachte: Wie wir am Bahnhof auf den Zug warteten, den Automaten mit den verführerischen Süssigkeiten studierten – um etwas zu kaufen, mussten wir das gesparte Sackgeld einsetzen –, wie wir rasch einstiegen, um einen Fensterplatz zu ergattern, nach einer halben Stunde begannen, die Sandwiches auszupacken – und dann der Moment, wenn der Zug aus dem Gotthardtunnel brauste: Ich hatte stets das Gefühl, dass die Sonne im Tessin etwas heller scheint als in der Deutschschweiz. Und dann kamen wir endlich in Bellinzona an – von weitem sah man die Türme der Burgen, die für mich bis heute ein Stück Heimat bedeuten.

Nur dass man mit dem Basistunnel nun noch viel schneller in Bellinzona ist. Daran habe ich mich bis heute nicht gewöhnt.

Auch eine andere Zugfahrt sei in meinen Erinnerungen sehr präsent. Immer wieder reiste ich als junge Frau im Couchette nach Rom.

Ich mag bis heute das sanfte Wiegen im Nachtzug und das Geräusch der einfahrenden Züge in den Bahnhöfen. Am schönsten aber war die Ankunft in Roma Termini und dann der erste, echte Espresso – das war mehr als Ferien, das war ein Lebensgefühl!Die Freude am Bahnfahren sei mir bis heute geblieben.

Im Zug könne ich lesen, im Zug könne ich arbeiten, aus dem Fenster schauen, Leute treffen, mich erholen. Das geht auch vielen anderen so.

Und deshalb sorgt die Bahn dafür, dass Tag für Tag Hunderttausende von Menschen einfach und bequem reisen, dass Pendlerinnen zur Arbeit kommen und Ausflügler in die Berge und an die Seen fahren.Die Bahn gehört zu unserer Grundversorgung. Sie bringt Menschen zusammen – und sie stärkt den Zusammenhalt in unserem Land.

Sie sorgt – zusammen mit Bus, Tram und Postauto – dafür, dass alle Regionen unseres Landes gut erschlossen sind. Le train fait partie de notre desserte de base.

Il rapproche les gens et renforce la cohésion dans notre pays. Avec le bus, le tram et le car postal, il permet à toutes les régions du pays d’être bien desservies.La viafier fa part da noss provediment da basa.

Ella unescha nus – ed ella rinforza la coesiun en noss pajais. La nostra popolazione può contare sui trasporti pubblici sia in città che in campagna.

Questa è una grande forza della Svizzera – che molti Paesi ci invidiano.Unsere Bevölkerung könne sich sowohl in den Städten als auch in den ländlichen Regionen auf den öV verlassen. Das sei eine der ganz grossen Stärken der Schweiz – und darum beneidet man die Schweiz in vielen Ländern.Dass wir heute ein so gutes Bahnangebot haben, verdanken wir früheren Generationen.

Sie haben übrigens auch dafür gesorgt, dass die Schweiz ihre Züge früh elektrifiziert hat. Wer heute mit der «Spanisch Brötli-Bahn» oder einem Dampfzug fahren kann, geniesst das seltene Erlebnis.

Aber früher waren solche Fahrten auch mit Mühsal verbunden, vor allem natürlich für den Heizer, der die Kohle schaufeln und den Kessel einheizen musste. Rauch und Russ machten der Bevölkerung in den Städten und Dörfern entlang der Bahnstrecken zu schaffen.Mit der frühen Elektrifizierung der Bahn habe die Schweiz international eine führende Rolle eingenommen.

Den Ausschlag dafür hatte übrigens die Kohleknappheit gegeben, die im Ersten Weltkrieg entstanden war. Unser Land hatte schmerzlich zu spüren bekommen, wie abhängig wir vom Kohleimport aus dem Ausland waren.

Unsere Vorfahren haben dann den Ausbau der Wasserkraft bewusst vorangetrieben, und Bahnen wie die SBB haben sich daran beteiligt, um sich Bahnstrom zu sichern.   Ich bin überzeugt: Die frühe Elektrifizierung habe wesentlich dazu beigetragen, dass die Bahn in unserem Land so unglaublich beliebt sei – und zwar auch bei jenen, die sie vielleicht selber gar nicht benutzen. Der weitsichtige Schritt unserer Vorfahren zeigt auch: Die Bahn leistet bei uns schon seit über 100 Jahren einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.Auch von der Wasserkraft, die unsere Vorfahren gefördert haben, profitieren wir noch heute.

Sie sei das Rückgrat unserer Stromversorgung. Und wie damals, sehen wir jetzt mit dem Krieg in der Ukraine wiederum, wie verletzlich wir sind, wenn wir für über 60% unseres Energieverbrauchs auf den Import von Öl und Gas angewiesen sind.

Die Abhängigkeit von Öl und Gas zu senken und mehr einheimischen Strom produzieren: das war schon vor dem Ukraine-Krieg das Ziel des Bundesrats. Wir haben die Weichen entsprechend gestellt.

Um unsere einheimischen Energien massiv auszubauen und die Versorgungssicherheit zu stärken. Jetzt aber müssen wir noch einmal an Tempo zulegen – und zwar alle und sofort!Der Krieg habe uns noch etwas vor Augen geführt, das uns bis jetzt vielleicht nicht in diesem Ausmass bewusst war: «Die Bahn sei zentraler Bestandteil der europäischen Sicherheitsarchitektur – deshalb müssen wir in Zukunft noch viel stärker auf die Bahn setzen.» Das habe mir der deutsche Verkehrsminister bei unserem letzten Gespräch gesagt.

Nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine habe nämlich praktisch nur noch die Bahn funktioniert. Ich danke den Schweizer Bahnen, dass sie die Ukraine zusammen mit ihren europäischen Partnerbahnen unterstützen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Ich bin überzeugt, dass diese gemeinsame Erfahrung zu einer noch viel engeren Zusammenarbeit der Bahnen in Europa führen wird. Die Schweiz zieht mit.

Wir wollen die Bahn national und international stärken. Und dabei können wir unsere Erfahrungen der letzten 175 Jahre einbringen.

Die Aufgaben, die vor uns stehen, seien herausfordernd. Aber es gibt so Vieles, das für die Bahn spricht: der Klimaschutz, der effiziente Einsatz der Ressourcen, das Bedürfnis der Menschen, sicher und bequem zu reisen.

Ich bin deshalb zuversichtlich, dass Bahnunternehmen gemeinsam mit Politik und Wirtschaft die richtigen Antworten haben auf die Herausforderungen unserer Zeit.Ich danke Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren, sehr herzlich für Ihren unermüdlichen Einsatz und überbringe Ihnen die besten Wünsche des Bundesrats. Kommunikation UVEK, Telefon +41 58 462 55 11.

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